Die Droge Crystal Meth bleibt im Fokus der Drogenfahnder. (Bild: Imago/Blickwinkel)
Crystal Meth

Killerdroge bleibt hochgefährlich

Die Ausbreitung der Modedroge 'Crystal Meth', die zu den Metamphetaminen gehört und vorwiegend aus tschechischen Drogenlaboren stammt, ist in Bayern noch nicht eingedämmt. Die Fallzahlen stagnieren, aber die sichergestellte Menge wuchs um 40 Prozent.

Die Ausbreitung der Modedroge „Crystal“ oder „Crystal Meth“, die zu den Metamphetaminen gehört und vorwiegend aus tschechischen Drogenlaboren stammt, ist in Bayern noch nicht gestoppt. Das geht aus dem Bericht von Bayerns Innenstaatssekretär Gerhard Eck im Innenausschuss des Bayerischen Landtags hervor. „Nach unseren vorläufigen Auswertungen liegen die Fallzahlen ‚Crystal‘ in den ersten neun Monaten 2017 in Bayern zwar in etwa auf Vorjahresniveau“, erklärte Eck. „Die Polizei hat aber mit rund 3,7 Kilogramm deutlich mehr Crystal sichergestellt, als im Vorjahreszeitraum mit rund 2,6 Kilogramm.“

2016 musste die Bayerische Polizei 2441 Metamphetamin-Fälle verfolgen. Außerdem gab es in Bayern im vergangenen Jahr durch Metamphetamin-Missbrauch 25 Drogentote.

Hohes Suchtrisiko

Die Konsumeinheit liege zwischen 5 und 25 Milligramm. Unter anderem gelang der Coburger Kriminalpolizei im September die Festnahme eines Drogenschmugglers mit 1,2 Kilogramm Crystal. Besonders erschreckend sind laut Eck die fatalen gesundheitlichen Auswirkungen des Crystalkonsums. Von Januar bis einschließlich September 2017 gehen nachweislich zehn Rauschgifttodesfälle auf Metamphetamin als Todesursache zurück, bei vier weiteren Todesfällen liegt zumindest ein dahingehender Verdacht nahe.

Crystal ist eine hochgefährliche Killerdroge mit großem Suchtpotential!

Gerhard Eck, Innen-Staatssekretär

Für den bayerischen Innenstaatssekretär ist klar: „Crystal ist eine hochgefährliche Killerdroge mit großem Suchtpotential!“ Eck setzt deshalb in den kommenden Monaten auf einen hohen Fahndungs- und Ermittlungsdruck der Polizei sowie auf neue Präventionsmaßnahmen.

Große Mengen im Umlauf

Wie der Staatssekretär erläuterte, gehen Drogenfahndungsexperten davon aus, dass weiterhin große Mengen an Crystal im Umlauf sind. Außerdem schließen sich offenbar immer mehr Konsumenten und Kleindealer zu ‚Einkaufsgemeinschaften‘ zusammen, um gemeinsam zum Crystal-Erwerb nach Tschechien zu fahren. „Umso wichtiger sind unsere intensiven Schleierfahndungskontrollen vor allem im grenznahen Raum in enger Zusammenarbeit mit der Bundespolizei und dem Zoll“, betonte der Staatssekretär. „Wir werden unseren hohen Fahndungs- und Ermittlungsdruck in Bayern weiterhin beibehalten“, kündigte Innenminister Joachim Herrmann an.

„Auch die bereits seit Jahren praktizierte intensive und vertrauensvolle Kooperation mit den tschechischen Behörden ist unverzichtbar, beispielsweise im Gemeinsamen Zentrum Schwandorf-Petrovice, bei gemeinsamen Streifen oder auch im Bereich der Prävention“, so Eck. Positiv entwickelt habe sich auch die grenzüberschreitende Zusammenarbeit mit den Justizbehörden beider Länder. Das helfe gerade bei der Aufdeckung von Drogenlaboren, Drogenhändlern und Schmugglerrouten im Grenzgebiet. „Unser gemeinsames Ziel ist, das skrupellose Crystal-Geschäft nachhaltig einzudämmen und auch die Hintermänner hinter Schloss und Riegel zu bringen“, brachte es Eck auf den Punkt.

Fatale Wirkungen der Droge

„Vielen ist gar nicht bewusst, wie verheerend und zerstörerisch sich Crystal auf den Organismus auswirkt“, so der Staatssekretär. Neben den unmittelbaren Auswirkungen des Konsums wie gesteigerter Aggressivität, Übelkeit, Halluzinationen oder Schlafmangel kann der längere Konsum zu teilweise schweren Gesundheitsschäden führen: Herzinfarkt, Organschäden, Entzündungen, Schlaganfall, Zahnausfall oder Verfolgungswahn aber auch Haarausfall, Unterernährung, Probleme beim Sex gehören zu möglichen Folgen des Konsums. Crystal Meth in der Schwangerschaft kann zudem schwere Folgen für das ungeborene Kind haben.

Bayern setzt auf Prävention

Einen ganz besonders wichtigen Stellenwert hat Eck zufolge die Prävention. Neben den Präventionsangeboten der Bayerischen Polizei gebe es eine Vielzahl von Hilfsangeboten und Suchtberatungsstellen wie beispielsweise das Projekt ‚Mindzone – sauber drauf‘ oder die Präventionsstelle ‚Need NO Speed‘.

Ganz neu ist nach Ecks Worten die bayernweite Präventionskampagne ‚Mein falscher Freund – Crystal Meth‘, eine Idee des Bayerischen Landeskriminalamtes, die am 8. November 2017 von Bayerns Innenminister Joachim Herrmann und Gesundheitsministerin Melanie Huml gestartet wurde. Im Mittelpunkt steht ein aufrüttelnder Kino-Trailer, der seit 9. November in vielen Kinos in Bayern läuft. Außerdem gibt es unter www.mein-falscher-freund.de eine neue Kampagnen-Homepage, auf der neben dem Kino-Trailer weitere Videospots sowie viele zusätzliche Informationen zur hochgefährlichen Modedroge ‚Crystal‘ und zu Beratungs- und Hilfsangeboten abrufbar sind. Hauptzielgruppe sind 18- bis 45-jährige potentiell gefährdete Menschen, Crystal-Konsumenten und deren soziales Umfeld.

Mit Crystal kann es im Leben nur bergab gehen.

Melanie Huml, Gesundheitsministerin

Bayerns Gesundheitsministerin Melanie Huml betonte: „Crystal Meth ist nicht nur ein falscher, sondern auch ein gefährlicher Freund. Denn der Konsum hat fatale Folgen für die Gesundheit: Crystal Meth macht schnell süchtig, schädigt Nervenzellen im Gehirn und lässt den Körper verfallen. Gemeinsam wollen wir die Menschen vor dem Griff zu dieser Droge bewahren. Auch wenn vieles am Anfang leichter erscheinen mag: Mit Crystal kann es im Leben nur bergab gehen.“