Bayern und Sachsen wollen gemeinsam noch stärker gegen Wohnungseinbrüche vorgehen. (Foto: Imago/Kraehn)
Bayern und Sachsen wollen gemeinsam noch stärker gegen Wohnungseinbrüche vorgehen. (Foto: Imago/Kraehn)

Bayern und Sachsen schmieden eine Allianz gegen Wohnungseinbrüche. Künftig wollen die beiden Freistaaten in diesem Bereich noch enger zusammenarbeiten. Dazu haben Bayerns Innenminister Joachim Herrmann (CSU) und sein sächsischer Amtskollege Markus Ulbig (CDU) am Rande der Innenministerkonferenz in Saarbrücken einen neuen Kooperationsvertrag unterzeichnet.

Internationale Banden im Fokus

Zentrales Ziel der „Allianz gegen Wohnungseinbrecher“ ist den beiden Politikern zufolge ein verstärkter Kampf vor allem gegen internationale Einbrecherbanden. Vereinbart werden sollen ein intensiverer Informationsaustausch, gemeinsame Fahndungs- und Kontrollaktionen sowie wirkungsvolle Präventionsmaßnahmen.

Bayern setzt auf flächendeckendes Netzwerk

Für Bayern ist der Pakt mit Sachsen ein weiterer Baustein hin zu einem flächendeckenden Netz der Zusammenarbeit mit den Nachbarn: Bislang hat der Freistaat bereits entsprechende Kooperationsvereinbarungen mit Baden-Württemberg, Hessen und Rheinland-Pfalz geschlossen. „Auch dadurch ist es gelungen, eine ganze Reihe von Einbrechern aus dem Verkehr zu ziehen, viele ungeklärte Fälle aufzuklären und weitere Einbrüche zu verhindern“, sagte Joachim Herrmann am Rande der Innenministerkonferenz.

Geringstes Einbruchsrisiko in Bayern

In Bayern war das Einbruchsrisiko mit nur 59 Einbrüchen pro 100.000 Einwohner im vergangenen Jahr im Bundesvergleich mit Abstand am geringsten. Im Gegensatz zum Bundestrend ging die Zahl sogar zurück.

Sachsen hatte zwar eine Zunahme zu verzeichnen. Mit 104 Einbrüchen pro 100.000 Einwohnern lag die Zahl aber nur etwa halb so hoch wie in ganz Deutschland – im Schnitt gibt es in Deutschland 206 Einbrüche auf 100.000 Menschen.

Bayerns Städte sind sicher

Generell aber werden Wohnungseinbrüche zunehmend zum Problem in der Republik. Die Zahl der Fälle steigt seit Jahren, die Aufklärungsquote ist vergleichsweise gering. Dabei gibt es – besonders in Großstädten – zum Teil erhebliche Unterschiede bei der Gefährdung. Die höchste Gefahr gibt es deutschlandweit in Bremerhaven, gefolgt von Bonn und Recklinghausen – unter den Top 10 der gefährdetsten Orte findet sich übrigens keine bayerische Stadt. Am sichersten lebt man in Bamberg, Suhl und Kempten.