Gründer fördern (v.r.): Toni Meggle, Klaus Lerner (1. Preis), Marina Meggle, Staatsminister Joachim Herrmann, Dirk Huber (2. Preis), Marcus Fußstetter (3. Preis), Sonja Lechner, Christine Völzow, Gerd Maas. (Bild: Meggle)
Gründer fördern (v.r.): Toni Meggle, Klaus Lerner (1. Preis), Marina Meggle, Staatsminister Joachim Herrmann, Dirk Huber (2. Preis), Marcus Fußstetter (3. Preis), Sonja Lechner, Christine Völzow, Gerd Maas. (Bild: Meggle)

Zahlreiche Gäste aus Wirtschaft, Politik und Presse konnten im Rathaus in Wasserburg die diesjährige Verleihung des 5. Meggle-Gründerpreises miterleben. Wie bereits im letzten Jahr bildete das historische Gebäude den würdigen Rahmen für die feierliche Zeremonie und Übergabe der Preise an die drei Gewinner sowie ein hochkarätig besetztes Rahmenprogramm. In ihrer Begrüßungsansprache hob die Münchner Kunsthistorikerin Sonja Lechner den hohen Wert der Initiative hervor und bezeichnete diese als „die richtige Sache zu tun, ohne dazu aufgefordert worden zu sein“. Sie betonte, dass Toni Meggle genau diesen Geist vorlebe, habe er doch zahlreiche Initiativen ergriffen, sei es mit seinem unternehmerischen Lebenswerk oder eben gerade auch mit dem Gründerpreis, bei dem Unternehmertum aus dem Mittelstand geehrt werde. Der Mittelstand und seine Kraft, den Mut und die Eigenverantwortung vor den Eigennutz zu stellen, sei seit jeher eine Herzensangelegenheit Toni Meggles.

Neben dem Ehrengast, dem Innenminister Joachim Herrmann, waren auch die Rosenheimer Landtagsabgeordneten Otto Lederer und Klaus Stöttner, Rosenheims Oberbürgermeisterin Gabriele Bauer, Rosenheims Landrat Wolfgang Berthaler sowie die Bürgermeister aus den Altlandkreisen und einige Kreis- und Bezirksräte gekommen.

Mut, etwas Neues zu gründen

„Gründer braucht unser Land“, begann Herrmann als diesjähriger Schirmherr. „Aus diesem Grund möchte ich besonders dem Unternehmer Toni Meggle danken, dass er mit seiner Vorbildfunktion die junge Generation ermutigt und beflügelt, den Mut aufzubringen, selbst etwas Neues zu gründen.“ Innen- und Verkehrsminister Joachim Herrmann ehrte dann gemeinsam mit Toni Meggle in Wasserburg am Inn die Preisträger des 5. Meggle-Gründerpreises.

Die Preisträger

Die diesjährigen Meggle-Preisträger kamen alle aus dem Landkreis Rosenheim. „Die Bewerber haben es uns als Jury nicht leicht gemacht“, erklärte Jury-Mitglied Gerd Maas. „Wir hätten gerne mehr Unternehmen ausgezeichnet.“

Die Preisträger des Gründerpreises waren in diesem Jahr wie folgt:

  • 1. Preis (Prämie 25.000 Euro): Ledermanufaktur Lerner, Amerang; Gründer: Klaus Lerner (Geschäftsführer); Gründeridee: Individuelle, mit Lasertechnik bearbeitete Lederwaren
  • 2. Preis (Prämie 15.000 Euro): B11, Edling; Gründer: Dirk Huber; Gründeridee: Hochflexible, nachhaltig produzierte Akustiklösungen
  • 3. Preis (Prämie 10.000 Euro): Fußstetter Planungs-Gesellschaft mbH, Wasserburg; Gründer: Marcus Fußstetter; Gründeridee: Handgefertigte, mobile Kochmöbel

Zukunft der Verkehrsinfrastruktur

Die Veranstaltung stand unter dem Motto ‚Zukunft der Verkehrsinfrastruktur in Oberbayern‘. Hier hatte der bayerische Verkehrsminister gute Nachrichten: „Satte 6,2 Milliarden Euro stehen uns für Verkehrsprojekte in Oberbayern zur Verfügung, die im Bundesverkehrswegeplan im Vordringlichen und Weiteren Bedarf mit Planungsrecht eingestuft worden sind. Mit dieser Rekordsumme schaffen wir die passenden Rahmenbedingungen für eine florierende Region. Denn eine leistungsfähige und gut ausgebaute Verkehrsinfrastruktur ist die Lebensader jeder Volkswirtschaft.“

Eine leistungsfähige und gut ausgebaute Verkehrsinfrastruktur ist die Lebensader jeder Volkswirtschaft.

Joachim Herrmann

Herrmann berichtete, dass allein für die Straßeninfrastruktur in Oberbay­ern viele wichtige Projekte im Bundesverkehrswegeplan berücksichtigt worden sind. Herrmann: „Von insgesamt 94 angemel­deten Teilprojekten wurden 58 in den Vor­dringlichen Bedarf, 17 in den Weiteren Bedarf mit Planungsrecht und 14 in den Weiteren Bedarf eingeordnet.“ Auch im Bereich Schiene liegen die zwei elementaren Großprojekte in Oberbayern. „Die Ausbaustrecke ABS 38 zwischen München, Mühldorf und Freilassing wird vor allem die Erschließung des Bayerischen Chemie­dreiecks nachhaltig verbessern“, so Herrmann weiter. Und mit dem Brenner-Nordzulauf – ABS 36 – werde von München über Rosenheim und Kie­fersfelden bis zur deutsch-österreichischen Grenze die Vo­raussetzungen für einen leistungsfähigen Schienenverkehr über die Brenner-Achse geschaffen. Nach Fertigstellung des Brenner-Basis-Tunnels könne ein erheblicher Anteil des Güterverkehrs von der Straße auf die Schiene verlagert werden.

Ausbau für den Südosten Oberbayerns

Zuversichtlich zeigte sich Bayerns Verkehrsminister, dass auch im Südosten Oberbayerns in den kommenden Jahren nachhaltige Verbesserungen im Bundesfernstraßen­netz vornehmen können. So nannte er als Beispiel den 8- beziehungsweise 6-strei­figen Ausbau der A 8 zwischen dem Autobahnkreuz München-Süd und der Anschlussstelle Traunstein/Siegsdorf, die Ortsumfahrungen Obing und Nun­hausen/Matzing an der Bundesstraße B 304 sowie die Ortsumfahrung Tacherting/Trostberg an der B 299. Auch die Planungen für den ersten Bauabschnitt der Ortsumfahrung Al­tenmarkt an der B 304 seien weit fortgeschrit­ten. Herrmann: „Hier haben wir Baurecht und wollen bereits in der kom­menden Saison beginnen.“ Für die Beseitigung des Bahnübergangs Reit­mehring, vor den Toren des Meggle-Werkes an der B 304, läuft derzeit nach Aussage Herrmann das Planfeststellungsverfahren. Außerdem werde gerade die West­tangente Rosenheim an der B 15 sowie die Ortsumfahrung Grafing an der Staatsstraße St 2080 gebaut.

394 Millionen Euro für die Staatsstraßen

Für Staatsstraßen seien bayernweit für dieses Jahr insgesamt 394 Millionen Euro bereitgestellt worden. Herrmann: „Wir investieren dabei rund 250 Millionen Euro in Neubau, 150 Millionen für die Bestandserhaltung und 100 Millionen für den Um- und Ausbau.“ Zudem unterstütze der Freistaat Bayern als verlässlicher Förderpartner auch die Landkreise, Städte und Gemeinden jährlich mit 485 Millionen Euro für die kommunalen Straßen. Auch für die Bun­desfernstraßen stehen rund 1,6 Milliarden Euro zur Verfügung. „Das ist noch einmal deutlich mehr, als wir im bis­herigen Rekordjahr 2015 erhalten haben. Und 2017 rechnen wir mit einer weiteren Erhöhung der Mittelzuwei­sung des Bundes“, so Herrmann.

Bayern setze in der Infrastruktur auf Vernetzung: „Wir wollen die Verkehrsinfrastrukturen verstärkt ausbauen und verbinden, um größtmögliche Flexibilität für die Bürger zu erreichen“, betonte der Minister. „Dazu müssen wir ein noch besseres Netzwerk anlegen. Ob die Bürger nun Straßen, Schienen, Radverkehr sowie Wasser- und Luftwege nutzen wollen, sollen sie in einem freien Land wie Deutschland selbst entscheiden können.“

Abschließend erhielt Herrmann von einer Vertreterin des letztjährigen Siegers, der Brauerei Camba Bavaria aus Truchtlaching, ein selbstgebrautes „tiefschwarzes Bier mit Schaum“ zum Probieren.

Meggle AG

Vor über 125 Jahren wurde Meggle als kleine Käserei in der Nähe von Wasserburg bei München gegründet. Heute zählt das Unternehmen zu den traditionsreichsten und renommiertesten Herstellern von Milcherzeugnissen in Europa. Die Vertriebsstätten erstrecken sich inzwischen über den Kernmarkt Deutschland und Europa hinaus auf Nord- und Südamerika und Asien. Außerhalb Deutschlands werden an sieben Produktionsstätten in Osteuropa lokale Milch-, Käse-, Sahne- und Joghurtprodukte für die regionalen Märkte hergestellt. Kunden sind sowohl die Endverbraucher als auch die Lebensmittel-, Pharma- und Futtermittelindustrie. Heute zählt die Meggle Gruppe weltweit über 2500 Mitarbeiter, darunter rund 1000 Mitarbeiter am Standort Wasserburg. Mit der Entwicklung, Herstellung und Vermarktung seiner Produkte aus Milch und Molke erwirtschaftete Meggle 2015 einen Umsatz von 900 Millionen Euro.