Die Polizei hat wieder im großen Stil Temposünder gejagt. (Foto: Paul Zinken/Archiv/dpa)
Blitzmarathon

Raser im Fokus

Einige Menschen in Bayern waren flott unterwegs: Knapp 9.000 Geschwindigkeitsverstöße bei rund 230.000 Kontrollen hat die Polizei beim Blitzmarathon festgestellt. Der traurige Spitzenreiter war in Oberbayern satte 81 Stundenkilometer zu schnell. Innenminister Joachim Hermann kündigt weitere Kontrollen im Juli an.

Bayerns Innen- und Verkehrsminister Joachim Herrmann hat die Abschlussbilanz zum fünften Bayerischen Blitzmarathon veröffentlicht. „Insgesamt 8.941 Geschwindigkeitssünder sind uns bei rund 230.000 gemessenen Fahrzeugen ins Netz gegangen“, gab Herrmann bekannt. Die Messstellen wurden im Vorfeld kommuniziert, um das generelle Bewusstsein der Autofahrer in Sachen Geschwindigkeit zu schärfen.

„Obwohl alle Messstellen frühzeitig im Internet abrufbar waren, haben es einige offenbar immer noch nicht kapiert, besser den Fuß vom Gas zu nehmen.“ Das Gros der Autofahrer war laut Herrmann aber angesichts der groß angekündigten Messstellen langsamer unterwegs. „Über Geschwindigkeitsverstöße hinaus haben unsere Polizisten bei den Kontrollen mehr als 650 weitere Delikte festgestellt“, ergänzte der Minister. Unter anderem wurden beispielsweise verkehrsunsichere Fahrzeuge mit erheblichen Mängeln aus dem Verkehr gezogen.

Trauriger Spitzenreiter war ein 42-jähriger Fahrer, der in Oberbayern auf der B16 bei Weichering mit 181 Stundenkilometern anstatt der erlaubten 100 aufgehalten wurde. Ihm drohen eine Geldbuße von 1.200 Euro, zwei Punkte in Flensburg und drei Monate Fahrverbot. Ein solches Verhalten bezeichnete Herrmann als absolut unverantwortlich: „Das ist lebensgefährlich, für sich und andere im Straßenverkehr.“

Aber auch von anderen Polizeipräsidien wurden wieder reihenweise Raser gemeldet. Die drei größten Raser waren:

  1. In der Oberpfalz auf der A3 bei Sinzing ganze 72 km/h zu schnell
  2. In Mittelfranken auf der A9 bei Schnaittach immerhin 71 km/h zu schnell
  3. In  Unterfranken auf der B27 bei Karlstadt runde 70 km/h zu schnell

Für Herrmann ist klar: „Dort, wo die Einsicht fehlt, werden wir auch in Zukunft mit konsequenten Kontrollen nachhelfen und unverantwortliche Raser aus dem Verkehr ziehen.“ Bereits im Juli werde die Bayerische Polizei über die üblichen Geschwindkeitskontrollen hinaus bayernweit entsprechende Schwerpunktaktionen gegen Raser durchführen.

Nur wenige Stundenkilometer zu viel können oft den Unterschied zwischen Leben und Tod bedeuten.

Innenminister Joachim Herrmann

Nach Herrmanns Worten sei der Juli neben Juni und August traditionell der Monat, an dem sich die meisten tödlichen Verkehrsunfälle ereignen.Wie der Innenminister deutlich machte, ist zu hohe Geschwindigkeit immer noch die Ursache Nummer eins bei schweren Verkehrsunfällen. 195 und damit rund ein Drittel aller tödlichen Verkehrsunfälle gingen 2016 auf Raser zurück (2015: 168). Die Zahl der dabei getöteten Menschen erhöhte sich deutlich auf 215 (2015: 177). „Zu schnelles Fahren ist kein Kavaliersdelikt, sondern höchstgefährlich“, mahnte Herrmann.

Der Marathon

Von Mittwoch, 19. April, 6 Uhr, bis Donnerstag, 20. April, 6 Uhr, kontrollierten rund 1.900 Polizistinnen und Polizisten sowie mehr als 50 Messtechniker der Gemeinden und Zweckverbände der kommunalen Verkehrsüberwachung an mehr als 1.900 möglichen Messstellen in ganz Bayern verstärkt die Geschwindigkeit.