Die Vertreibung der Sudetendeutschen 1946 in Viehwaggons, wiedergeben in Kinderzeichnungen der Ausstellung „Heimatweh“, Nürnberg. (Foto: Wolfram Göll)
Die Vertreibung der Sudetendeutschen 1946 in Viehwaggons, wiedergeben in Kinderzeichnungen der Ausstellung „Heimatweh“, Nürnberg. (Foto: Wolfram Göll)

Vor 70 Jahren hat sich die Vertreibung der Sudetendeutschen dramatisch zugespitzt. Im Zuge der „organisierten Vertreibung“ haben 1946 hunderttausende Deutsche aus Böhmen, Mähren und Mährisch-Schlesien ihre Heimat verloren.

„Das Leid der Vertriebenen war unbeschreiblich. Eingepfercht in Viehwaggons, nur das dabei, was sie auf dem Leib tragen konnten, haben Frauen, Kinder und ältere Menschen ein schlimmes Schicksal erfahren“, sagt der Landesobmann der Sudetendeutschen Landsmannschaft (SL), Steffen Hörtler.

Sudetendeutsche danken für humane Aufnahme in Bayern

Neben Furth im Wald (heute Landkreis Cham) und Moschendorf (Stadt Hof) war für die sudetendeutschen Heimatvertriebenen der oberpfälzische Marktflecken Wiesau (heute Landkreis Tirschenreuth) eine der großen Durchgangsstationen in Richtung Westen. Hier machten die Vertriebenentransporte halt.

„Hier betraten die Vertriebenen zum ersten mal bayerischen Boden. Und hier haben sie zum ersten Mal so etwas wie Fürsorge und Nächstenliebe in der Fremde erfahren“, so Hörtler. „Furth im Wald, Hof-Moschendorf und Wiesau sind Symbole der Hoffnung und Humanität. Für viele Landsleute waren sie damals ein Tor in die Freiheit. 70 Jahre danach sagen wir Danke für die große Hilfsbereitschaft!“

Menschenrechte und Vertrauen als Fundamente Europas

Die SL in Bayern erinnert am Samstag, 22. Oktober, in der Marktgemeinde Wiesau an den 70. Jahrestag der Vertriebenentransporte nach Bayern. Unter dem Motto „Vertrieben, angekommen, aufgebaut, der Zukunft verpflichtet“ spannt die SL-Landesgruppe Bayern den Bogen von der Vergangenheit bis zur Zukunft.

„Ein geeintes Europa in Frieden und Freiheit funktioniert nur auf Basis von Humanität, der Achtung von Menschenrechten und gegenseitigem Vertrauen“, betont Hörtler. „Deshalb freue ich mich über die guten Fortschritte in der Verständigung von Sudetendeutschen und Tschechen. aus der Geschichte lernen, das bleibt unser gemeinsamer Zukunftsauftrag für eine geeintes und solidarisches Europa.“

Schirmherrin Emilia Müller hält Gedenkrede

Hauptrednerin der Gedenkveranstaltung der Sudetendeutschen in Wiesau ist die bayerische Sozialministerin Emilia Müller (CSU), die auch für die Vertriebenen zuständig ist und als Schirmherrin für die Sudetendeutschen fungiert. Am Samstag, 22. Oktober, um 10.00 Uhr findet die Kranzniederlegung am Vertriebenenmahnmal beim Bahnhof Wiesau statt. Die zentrale Gedenkveranstaltung beginnt um 11.00 Uhr im katholischen Pfarrzentrum St. Michael, Pfarrer-Festl-Straße 3 in Wiesau.