Die Präsidentin der Israelitischen Kultusgemeinde München und Oberbayern, Charlotte Knobloch, unterstützt die Gründung des jüdischen Forums in der CSU. (Foto: dpa/Peter Kneffel)
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Klares Zeichen gegen Antisemitismus

Die CSU gründet ein jüdisches Forum als deutliches Signal gegen wachsende Judenfeindlichkeit und für das jüdische Leben in Bayern. Der Arbeitskreis soll den israelitischen Gemeinden helfen, ihre Themen in die Politik einzubringen.

„Wir brauchen Unterstützung und wir brauchen Empathie.“ Für die Präsidentin der Israelitischen Kultusgemeinde München und Oberbayern, Charlotte Knobloch, ist die Gründung des jüdischen Forums in der CSU das richtige Zeichen zur rechten Zeit. Es sei nötig, Gesicht und Haltung zu zeigen, sagt Knobloch. „Der Antisemitismus ist in erschreckender Weise erstarkt – von links, von rechts und unter Muslimen.“

Wunsch der Parteibasis

Mit dem Jüdischen Forum setze die CSU ein klares Zeichen gegen Ausgrenzung, begründet auch der Initiator des Arbeitskreises, André Freud, die Entscheidung. Es sei ein Wunsch aus der Mitte der Partei gewesen, das Forum ins Leben zu rufen, sagt Freud, Hauptgeschäftsführer der Israelitischen Kultusgemeinde Nürnberg. Es solle den Juden in der CSU eine gemeinsame Stimme verleihen und ihnen zur Vernetzung dienen, sei aber auch offen für Menschen, die nicht Mitglied der CSU oder einer jüdischen Gemeinde seien.

Antisemitismus darf in diesem Land nie mehr einen Platz haben, jüdisches Leben dafür umso mehr.

Markus Blume, CSU-Generalsekretär

Mit dem Forum leiste die CSU ein klares Bekenntnis zu den christlich-jüdischen Wurzeln, so Freud. Das „C“ der CSU stehe für christliche Werte, die auch zentrale jüdische Werte seien.

Freud spricht sich angesichts des erstarkten Antisemitismus für ein Melderegister für judenfeindliche Vorfälle aus. Er begründet dies mit der „Diskrepanz zwischen Kriminalstatistik und Wahrnehmung“. Während laut offizieller Statistik der weitaus größte Anteil antisemitischer Taten auf Rechtsextreme entfalle, seien die Erfahrungen andere. So äußere sich linker Antisemitismus häufig als Israelkritik und werde dann von den Sicherheitsbehörden als politisch motivierte Straftat registriert.

Positionen für die Politik

CSU-Generalsekretär Markus Blume wertet die Gründung des Forums ebenfalls als Zeichen für jüdisches Leben und gegen Judenfeindlichkeit. „Antisemitismus darf in diesem Land nie mehr einen Platz haben, jüdisches Leben dafür umso mehr“, sagt Blume. Das Judentum in Bayern sei Teil der Leitkultur. „Der Kampf gegen alten und neuen Antisemitismus in unserem Land gehört zur Grundhaltung der CSU.“

Das Forum solle die Möglichkeit bieten, jüdischen Themen stärker in der CSU zur Geltung zu bringen und die Themen der jüdischen Gemeinden als politische Positionen zu formulieren, sagt Blume. In der Präambel des Forums heißt es dazu: „Das jüdische Forum gibt dem jüdischen Leben und dem Kampf gegen Antisemitismus ein institutionelles Format innerhalb der CSU. Es ist ein organisierter Diskussionskreis, der seine Beiträge für die Politik einbringt.“ Und weiter: „Das jüdische Forum in der CSU bringt Menschen zusammen, die eine bürgerliche Position in der freiheitlich-demokratischen Grundordnung beruhend auf dem Parteiprogramm der CSU vertreten.“ Jeder, dem das jüdische Leben in Bayern am Herzen liege, sei eingeladen im Forum mitzuwirken.

Auf ein bekanntes Mitglied kann das Forum schon einmal zählen: Sie sei dabei, wenn man sie einlade, sagt Charlotte Knobloch.