Junge Transitflüchtlinge im November 2015 in Rostock. (Bild: dpa/Bernd Wüstneck)
Zuwanderung

Migranten und Gewalt

Kommentar Die plötzliche starke Zunahme von Gewaltkriminalität in Niedersachsen seit 2014 geht fast ausschließlich auf Flüchtlinge zurück. Das ist das Ergebnis einer Studie für das Bundesfamilienministerium. Absurde Schlussfolgerung: Familiennachzug sofort.

Auf die Idee muss man erst mal kommen: Weil die Zahl der Gewalttaten in Deutschland seit 2015 stark gestiegen ist und weil dieser Anstieg fast ausschließlich auf Flüchtlinge und Migranten zurückgeht, muss man deren Zahl per Familiennachzug so schnell wie möglich und so massiv wie möglich erhöhen. Aber genau das ist allen Ernstes die Schlussfolgerung einer aktuellen Studie „Zur Entwicklung der Gewalt in Deutschland“. Mitverfasst hat sie im Auftrag des SPD-geführten Bundesfamilienministeriums Niedersachsens ehemaliger SPD-Justizminister Christian Pfeiffer.

Gewaltzunahme fast nur durch Flüchtlinge

Die Zahlen, mit denen Pfeiffers Studie aufwartet, haben es in sich: 2014 wurden in Deutschland 180.955 Gewaltverbrechen begangen – Tötungsdelikte, Vergewaltigungen, Raub, schwere und leichte Körperverletzungen. Der geringste Wert seit bald 20 Jahren. Seither hat sich der Trend dramatisch gedreht: 2016 waren es 193.542 – sieben Prozent mehr. In Niedersachsen ist im gleichen Zweijahres-Zeitraum die Zahl dieser Gewaltdelikte sogar um 10,4 Prozent gestiegen.

Diese Zunahme ist zu 92,1 Prozent der Gruppe der Flüchtlinge zuzurechnen.

Ergebnis der Pfeiffer-Studie

„Diese Zunahme ist zu 92,1 Prozent der Gruppe der Flüchtlinge zuzurechnen“, schreibt die Pfeiffer-Studie. Und weiter: „Parallel zu der im September 2015 einsetzenden großen Flüchtlingswelle hat sich die Zahl der aufgeklärten Fälle mit tatverdächtigen Asylbewerbern zwischen 2014 und 2016 um das 3,4-fache erhöht.“ Beunruhigend: Während die Zahl der deutschen Tatverdächtigen leicht zurück gegangen ist, ist die der sonstigen nichtdeutschen Tatverdächtigen (ohne Flüchtlinge) um zehn Prozent gestiegen.

Viele deutsche Opfer

Das ist nicht alles. Die Zahl der Morde (45) mit tatverdächtigen Flüchtlingen hat sich in Niedersachen mehr als verdoppelt. 116 Vergewaltigungen mit tatverdächtigen Flüchtlingen bedeuten eine Verfünffachung, 337 Raubtaten mehr als eine Verdoppelung und 1593 schwere Körperverletzungen mehr als eine Verdreifachung.

Die Niedersachsen haben diese Kriminalitätswelle bitter zu spüren bekommen: Bei den Morden mit tatverdächtigen Flüchtlingen gab es 8,9 Prozent deutsche Opfer, bei den Vergewaltigungen 58,6 Prozent, bei den Raubtaten 70,3 und bei den schweren Körperverletzungen 25,8 Prozent.

Gewaltlegitimierende Männlichkeitsnormen

Noch eine spannende Zahl: 2015/16 waren nur 22,3 Prozent der Asylbewerber in Niedersachsen Frauen ab 14 Jahren. Den vielen jungen Migranten-Männern ohne weibliche Begleitung und Familien fehle die „gewaltpräventive, zivilisatorische Wirkung, die von Frauen ausgeht“, so die Studie. Pfeiffer im Rundfunk-Interview: „Von daher verstehe ich aus kriminologischer Sicht ganz klar die Forderung nach Familiennachzug.“

Importierte Machokultur.

Zur Entwicklung der Gewalt in Deutschland

Vielleicht sollte Pfeiffer die eigene Studie genauer lesen. Denn darin steht auch, „dass die Flüchtlinge überwiegend aus Ländern stammen, die von männlicher Dominanz geprägt sind“ und „gewaltlegitimierende Männlichkeitsnormen verinnerlicht haben“. In ihren Familien, wie man wohl befürchten muss.

Die islamischen Gesetze der Scharia sind viel besser als die deutschen Gesetze.

Ansicht von knapp einem Drittel der muslimischen Schüler in Niedersachsen

Zudem hat eine niedersachsenweite Schülerbefragung 2015 ergeben, dass ein knappes Drittel der befragten muslimischen Schüler „die islamischen Gesetze der Scharia, nach denen zum Beispiel Ehebruch oder Homosexualität hart bestraft werden“, für „viel besser“ halten als die deutschen Gesetze. Ebenfalls ein knappes Drittel konnte sich vorstellen „selbst für den Islam zu kämpfen und mein Leben zu riskieren“. 18,6 Prozent meinten, es sei „die Pflicht jedes Muslims, Ungläubige zu bekämpfen und den Islam auf der ganzen Welt zu verbreiten“.

Bemerkenswert dabei: Bei den letzten beiden Antworten war die Zahl der zustimmenden muslimischen Mädchen höher als die der Jungen. Soviel zur „gewaltpräventiven Wirkung“, die von muslimischen Frauen ausgeht.

Gewalttätige Nordafrikaner − und Afghanen

Die Studie hebt außerdem die üble Rolle der nordafrikanischen Migranten aus Tunesien, Algerien und Marokko hervor: Sie stellen 0,9 Prozent der Migrantenbevölkerung, aber 20 Prozent der Verdächtigen bei Tötungs- und 31,5 Prozent bei Raubdelikten. Nordafrikaner haben keine Aussicht auf Asyl und noch weniger auf Familiennachzug. Und werden genau darum zu Gewalttätern, meint Pfeiffer.

Ganz anders angeblich die Kriegsflüchtlinge aus Syrien, Afghanistan und dem Irak: Sie stellen in Niedersachsen 54,7 Prozent der gemeldeten Asylbewerber, aber nur 34,9 Prozent der überführten tatverdächtigen Flüchtlinge. Weil sie Chancen auf Asyl haben, die sie „auf keinen Fall kaputt machen wollen durch irgendeine unbedachte Dummheit“, so Pfeiffer.

Unter den Flüchtlingen, die in Österreich und anderswo Verbrechen begehen, fallen die Afghanen auf.

The National Interest

Da liegen die Studie und ihre Autoren womöglich falsch. Weil sie nicht differenzieren: „Europas afghanische Verbrechenswelle macht fassungslos“, schrieb im vergangenen Juli eine US-Expertin, die seit Jahrzehnten mit und für Migranten und Flüchtlinge arbeitet, in der US-Politikzeitschrift The National Interest: „Unter den Flüchtlingen, die in Österreich und anderswo Verbrechen begehen, fallen die Afghanen auf.“ Der Blick in aktuelle Presse bestätigt den Befund.

Regionen, in den es kein Gesetz gibt außer der Gewalt

Es ist womöglich einfach nicht klug, hunderttausendfach Zuwanderer aus fernen Dritt-Welt-Regionen aufzunehmen, in denen es allzu oft kein Gesetz gibt außer dem der Gewalt. Politik, Justiz und Polizei hierzulande sind kaum darauf vorbereitet. Was manche Migranten aus jenen Gewaltregionen bald merken – und es dann die einheimische Bevölkerung spüren lassen, nicht nur in Niedersachsen.