330.000 deutsche Jugendliche waren 2014 auf der Suche nach einem Job, im Jahr 2005 waren es noch 745.000. Bild: Bundesagentur für Arbeit
330.000 deutsche Jugendliche waren 2014 auf der Suche nach einem Job, im Jahr 2005 waren es noch 745.000. Bild: Bundesagentur für Arbeit

Demnach waren 330.000 Jugendliche in Deutschland auf der Suche nach einem Job, im Jahr 2005 waren es noch 745.000. Zu den Erwerbslosen werden auch diejenigen gezählt, die einen Nebenjob suchen, zum Beispiel Schüler. Knapp 30 Prozent der erwerbslosen jungen Menschen machten in Deutschland eine Ausbildung oder Weiterbildung. Der Anteil der nicht erwerbstätigen Jugendlichen, die keine Ausbildung oder Weiterbildung machten, sank in den vergangenen zehn Jahren in Deutschland von 10,9 Prozent auf 6,4 Prozent. Im europäischen Vergleich lag Deutschland damit in diesem Teilbereich nur hinter den Niederlanden (5,0 Prozent), Dänemark (5,8 Prozent) und Luxemburg (6,3 Prozent).

Anders die Lage in der EU bei der Jugendarbeitslosigkeit insgesamt: Am höchsten war sie in Spanien (53,2 Prozent) und Griechenland (52,4 Prozent), dahinter folgen Kroatien (45,5 Prozent) und Italien (42,7 Prozent). Im europäischen Vergleich lag Deutschland mit nur 7,7 Prozent ganz vorn. Dahinter folgen Österreich mit 10,3 Prozent, Malta (11,8 Prozent), Dänemark (12,6 Prozent), die Niederlande (12,7 Prozent) und Estland (15,0 Prozent).

EU-Hilfe zur Selbsthilfe

Besonders dramatisch sind demnach die Zukunftsaussichten der jungen Leute in Spanien, Griechenland, Kroatien und Italien – bezeichnenderweise alles Südländer. Bei einer Jugendarbeitslosigkeit von über 50 Prozent haben die meisten Spanier und Griechen kaum Hoffnung, einen Job zu finden. Das frustriert und birgt gewaltige soziale Sprengkraft, was die EU durchaus erkannt hat. Im Kampf gegen diese enorme Jugendarbeitslosigkeit in Europa bekommen EU-Staaten wie eben Griechenland und Spanien insgesamt eine Milliarde Euro Soforthilfe. Das Geld solle es ermöglichen, schnell Programme zu starten, teilten die zuständigen EU-Minister in Brüssel bereits im April mit. Die Erfahrung habe gezeigt, dass betroffene Länder die eigentlich verlangte Vorfinanzierung für Hilfsprojekte mitunter nicht leisten könnten. Die EU-Staaten seien deswegen bereit, in diesem Jahr nicht wie vorgesehen 67 Millionen Euro, sondern knapp eine Milliarde Euro an Vorauszahlungen zu leisten, teilten die zuständigen Minister nach einem Treffen in Luxemburg mit. Üblich ist, dass Projekte von Regierungen vorfinanziert und die Kosten aus EU-Mitteln später erstattet werden. Die Vorauszahlungen sollen im Rahmen des Programms „Beschäftigungsinitiative für junge Menschen“ fließen. In ihm stehen bis zum Jahr 2020 insgesamt rund 6,4 Milliarden Euro zur Verfügung. Ob das reicht, ist mehr als zweifelhaft. Doch letztlich liegt es an den Staaten selbst, die Voraussetzungen für die Ansiedlung und Gründung neuer Unternehmen zu verbessern und auf diese Weise Arbeitsplätze zu schaffen.

Sieben Millionen junge Europäer auf Jobsuche

Nach Angaben der europäischen Statistikbehörde Eurostat vom April sind derzeit rund sieben Millionen junge Europäer ohne Job oder Ausbildungsplatz. Da verwundert es dann doch, warum die Wirtschaft über fehlende Fachkräfte klagt und nicht stattdessen auf diesen Personenkreis setzt sowie in diesen Ländern offensiv wirbt. Schließlich sind diese jungen Leute nicht nur aus demselben Kulturkreis, sondern oft auch gut ausgebildet und zumindest der englischen Sprache einigermaßen mächtig. Probleme bei der Integration, mit fehlender Bildung oder mit der Arbeitserlaubnis sind daher wesentlich kleiner, als dies beispielsweise bei Flüchtlingen der Fall ist.