Blick von der Willigisbrücke auf das Schloss Johannisburg. Bild: Stadt Aschaffenburg/fkn
Blick von der Willigisbrücke auf das Schloss Johannisburg. Bild: Stadt Aschaffenburg/fkn

Der Aschaffenburger Landrat Ulrich Reuter (CSU), der Landrat von Miltenberg, Jens Marco Scherf (Grüne), sowie der Oberbürgermeister von Aschaffenburg, Klaus Herzog (SPD) legten die mittlerweile von über 300 Akteuren aus den Bereichen Politik, Wirtschaft und Kultur unterzeichnete „Erklärung zur Zukunft der Metropolregion Frankfurt-Rhein-Main“ vor und wandten sich mit einem gemeinsamen Brief an Ministerpräsident Seehofer. In diesem Brief wird um die Unterstützung der Bayerischen Staatsregierung geworben, gemeinsam mit den Landesregierungen von Hessen und Rheinland-Pfalz die Voraussetzungen für eine intensivere Zusammenarbeit in der Region Frankfurt-Rhein-Main zu schaffen.

Für die Landräte und den Oberbürgermeister ist es keine Frage, dass die Metropolregion Frankfurt-Rhein-Main eine der wichtigsten Wirtschaftsregionen in Europa ist und der Bayerische Untermain eng mit ihr verbunden ist. Die Verknüpfungen sind dabei vielfältiger Art und die Landesgrenze spielt für die Menschen im täglichen Leben nur eine untergeordnete Rolle. Auf den ersten Blick – so Landrat Reuter – bestimmen natürlich die Pendler das Bild: sei es die Fahrt zum Arbeitsplatz im Frankfurter Bankenviertel, am Flughafen oder in die anderen Städte rund um Frankfurt. Teil der Lebenswirklichkeit ist es ebenso, die Alte Oper oder die Eintracht Frankfurt zu besuchen – ebenso wie in umgekehrter Sichtweise die Fränkischen Musiktage, das Hofgarten-Kabarett oder die Clingenburg-Festspiele als gesamtregionale Einrichtungen wahrgenommen werden.

 Die Aktionen des Bayerischen Untermain

Auf der Grundlage dieser gelebten Zugehörigkeit zur Metropolregion hat der Bayerische Untermain seit über zehn Jahren systematisch die Zusammenarbeit mit den hessischen Akteuren gesucht und weiter entwickelt. Oberbürgermeister Klaus Herzog zufolge bekennt sich der Bayerische Untermain als „Bayern in Rhein-Main“ ganz klar zur Zugehörigkeit innerhalb der Metropolregion und beteiligt sich aktiv an konkreten Aktivitäten. Auf vielen Handlungsfeldern hat die Region Partner gefunden und arbeitet in gemeinsamen Projekten partnerschaftlich und vertrauensvoll zusammen. So ist die Region Bayerischer Untermain Gesellschafter der FrankfurtRheinMain GmbH – International Marketing of the Region, kooperiert seit vielen Jahren im Interesse eines grenzübergreifenden ÖPNV-Systems mit dem Rhein-Main-Verkehrsverbund (RMV) durch einen Übergangstarif und arbeitet in kulturellen Themen wie z.B. der Route der Industriekultur Rhein-Main intensiv zusammen.

 Gemeinsam mit vielen Akteuren im Rhein-Main-Gebiet hat sich der Bayerische Untermain 2008 zur Wissensregion Rhein-Main bekannt – bieten doch Fraunhofer-, Max-Planck- oder Helmholtz-Gesellschaften gemeinsam mit Universitäten und Hochschulen Spitzenforschung direkt vor der Haustür und sind – mit der regelmäßig sehr gut „gerankten“ Hochschule Aschaffenburg – wertvolle Quellen wissenschaftlich-technischen Nachwuchses für die Wirtschaft.

 Landrat Jens Marco Scherf weist darauf hin, dass sich die Region ganz klar der Zugehörigkeit zum Freistaat bekennt. Als bayerischer Teil der Metropolregion Rhein-Main besitzt der Bayerische Untermain ein klares Alleinstellungsmerkmal und sorgt dafür, dass – so Scherf augenzwinkernd – Rhein-Main als „Bayerns dritte Metropolregion“ gewertet werden kann.

Schon im Landesentwicklungsprogramm 

Diesem Umstand wird auch im aktuellen bayerischen Landesentwicklungsprogramm vom September 2013 Rechnung getragen. Hier wird Frankfurt-Rhein-Main – neben den Metropolregionen München und Nürnberg – als wichtiger Innovations- und Wachstumsmotor für Bayern eingeordnet und diese sollten „… wegen ihrer herausragenden nationalen und internationalen Funktionen, ihrer hohen Konzentration von Bevölkerung und Wirtschaftskraft und ihrer besonderen Bedeutung für die wirtschaftliche, verkehrliche, wissenschaftliche, kulturelle und touristische Entwicklung des Landes … in ihrer Leistungs-und Konkurrenzfähigkeit weiterentwickelt werden.“

 Ulrich Reuter, Jens Marco Scherf und Klaus Herzog sind daher optimistisch, den Freistaat für ein stärkeres Engagement im Rahmen der länderübergreifenden Zusammenarbeit zu gewinnen – liegt es doch in seinem eigenen Interesse, sich für eine weitere Verbesserung der Entwicklungspotenziale in Rhein-Main einzusetzen, um so selbst von einer der führenden Metropolregionen Europas zu profitieren.