Der Wandel in der Lichttechnik schafft eine Vielzahl von Herausforderungen für Unternehmen wie den Traditionskonzern Osram. Bild: Fotolia, vladimirfloyd
Der Wandel in der Lichttechnik schafft eine Vielzahl von Herausforderungen für Unternehmen wie den Traditionskonzern Osram. Bild: Fotolia, vladimirfloyd

Osram-Chef Olaf Berlien will die geplante Ausgliederung des traditionellen Lampen-Geschäft entschieden vorantreiben. „In den kommenden zwölf Monaten wird der Bereich selbstständig, in einer eigenen Rechtsform sein“, sagte Berlien der Süddeutschen Zeitung und bekräftigte damit frühere Aussagen. Er fügte an: „Das ist wie im Leben: Wenn die Tochter auszieht, bekommt sie erst einmal eine eigene Wohnung.“ Das Ziel sei, in diesem Bereich dann in die Minderheit zu gehen.

Umstrukturierungen in den nächsten 12 Monaten

Osram hatte die Pläne zur Abspaltung des Geschäfts – darunter Halogen-, Energiespar- und LED-Lampen – in eine eigenständige Tochter Ende April bekanntgegeben. Eine Aufsichtsratsentscheidung steht zwar noch aus, doch wird nicht damit gerechnet, dass die Pläne noch gekippt werden. Die entscheidende Sitzung des Kontrollgremiums wird für Juni erwartet. Das Kontrollgremium hatte dem Vorstand in seiner Sitzung Ende April einstimmig den Auftrag erteilt, die Auswirkungen der Pläne zu prüfen. Nach der rechtlichen Ausgliederung, die etwa zwölf Monate in Anspruch nehmen dürfte, könnte das Geschäft mit Partnern weitergeführt werden, dabei wäre auch der Einstieg von Finanzinvestoren möglich, sagte Berlien.

Derzeit kommen die betroffenen Sparten zusammen auf rund 12 000 Beschäftigte und zwei Milliarden Euro Umsatz, das sind knapp 40 Prozent der Gesamterlöse des Konzerns. Für die künftige Tochter kommen Joint-Ventures, Partnerschaften oder der Einstieg eines Finanzinvestors ebenso infrage, wie ein sogenannter Spin-Off, also die Abspaltung über die Börse.

Eine Job-Garantie gibt es nicht

Wie bereits Ende April erklärte Berlien, er könne keinem Beschäftigten eine Job-Garantie geben. „Das wäre unehrlich. Wir werden es nur schaffen, wenn wir wettbewerbsfähig sind.“ Ein weiterer Stellenabbau über das laufende Sparprogramm hinaus sei zwar konkret derzeit nicht geplant. Berlien betonte aber: „Am Ende entscheidet das der Markt, die Nachfrage nach bestimmten Produkten.“ Die Energiesparlampe etwa sei vor nicht allzu langer Zeit noch sehr innovativ und gefragt gewesen, jetzt gehe die Bedeutung stark zurück, weil LED einfach effizienter und langlebiger seien. „Wenn der Kunde die jetzt nicht mehr haben will, was sollen wir da machen?“

Osram durchläuft derzeit die zweite Sparwelle und streicht bis September 2017 weltweit 7800 Arbeitsplätze, davon 1700 an den deutschen Standorten. Zuletzt hatte der Konzern noch rund 34 000 Beschäftigte. Besonders stark betroffen sind hier die bayerischen Standorte – neben der Zentrale in München auch die Werke in Augsburg und Eichstätt (wo vor allem Halogenlampen produziert werden, die ab 2016 EU-weit verboten werden). In Regensburg dagegen sitzt die Entwicklung und Produktion der LED-Sparte – ein Zukunftsgeschäft des Unternehmens. Die Sparten, die ausgegliedert werden sollen, stehen mit Erlösen von rund 2 Milliarden Euro für rund 40 Prozent des Gesamtumsatzes und haben zusammen rund 12 000 Beschäftigte.

Das Unternehmen leidet seit Jahren unter den dramatischen Umbrüchen auf dem Lichtmarkt mit einem rasanten Technologiewandel hin zu Leuchtdioden (LED) und Preisverfall. Auch das zweite Geschäftsquartal war davon geprägt, deshalb sieht sich die Unternehmensführung auch in ihren Plänen bestärkt. (dpa/tw)