Wunderbares Mittelgebirge zwischen Unterfranken und Hessen: Die Rhön. Im Bild die Abtsrodaer Kuppe und die Wasserkuppe im Abendrot. (Foto: Blickwinkel/imago)
Wunderbares Mittelgebirge zwischen Unterfranken und Hessen: Die Rhön. Im Bild die Abtsrodaer Kuppe und die Wasserkuppe im Abendrot. (Foto: Blickwinkel/imago)

Der Fremdenverkehr in Unterfranken hat sich in die bayernweite Tourismus-Spitzengruppe geschoben: Die Rhön im Dreiländereck Bayern-Hessen-Thüringen ist mit 2,7 Millionen Übernachtungen die Nummer vier bei den Übernachtungszahlen im Vergleich aller Tourismusregionen Bayerns. Nur der Großraum Nürnberg übertrifft innerhalb Frankens den Rhön-Tourismus.

Typisch für das Mittelgebirge Rhön sind sanfte Hügel und Basaltkuppen. Vor allem Gäste aus der Frankfurter Ecke, dem Großraum Nürnberg und Thüringen kommen gern für einen Kurzurlaub oder ein langes Wochenende. Die höchste Erhebung ist die Wasserkuppe in Hessen. Der Kreuzberg mit seinem Kloster zieht nicht nur viele Fußwallfahrer an. Etwa 600.000 Besucher kommen mit dem Bus oder dem Auto zum Kreuzberg.

Unterfränkische Weinlokale sorgen für einzigartige Stimmung

Auch die berühmte unterfränkische Gastlichkeit mit hübschen Weinlokalen und rustikalen Speisen kommt gut bei den Gästen an. Der boomende Naherholungs-Tourismus in der Rhön ersetzt den früher dominierenden Kur-Urlaub. Seit der Gesundheitsreform 1997 sind die Kurgastübernachtungen stark zurückgegangen, so dass traditionelle Kurorte wie Bad Brückenau, Bad Bocklet, Bad Neustadt und Bad Königshofen stark zu kämpfen haben.

In der unterfränkischen Hauptstadt Würzburg boomt der Städtetourismus. Die Stadt selbst verzeichnete im Jahr 2015 volle 892.000 Gästeübernachtungen gewerblichen Betrieben wie Hotels, Gasthöfen und Pensionen – ein Zuwachs von 4,0 Prozent gegenüber 2014 und ein neuer Rekord. Verglichen mit 2011 ist es sogar eine Steigerung um ein Viertel. Dazu kommen noch geschätzte 30.000 Übernachtungen In Ferienwohnungen und Privatzimmern.

Würzburg kommt insgesamt auf eine Million Übernachtungen

Die Würzburger Übernachtungszahlen profitieren außerdem vom boomenden Geschäft mit den Flusskreuzfahrten. Im November 2015 begrüßte Würzburg das 1000. schwimmende Hotel des Jahres im Hafen. Im Gesamtjahr machten 1069 Kreuzfahrtschiffe im Würzburger Hafen fest.

Wenn man noch die – in der amtlichen Tourismus-Statistik nicht erfassten – Übernachtungen auf diesen 1069 Kreuzfahrtschiffen hinzuaddiert, erhöht sich die Zahl der Gästeübernachtungen in Würzburg um weitere 140.000. Damit erreicht die Metropole am Main ein Gesamtergebnis, das erstmals über eine Million Übernachtungen liegt: bei 1.062.000.

Mit einer durchschnittlichen Bettenauslastung von 54,2 Prozent in der Hotellerie liegt Würzburg nach München auf Platz 2 aller bayerischen Großstädte und konnte sich im Vergleich zum Vorjahr nochmals um 1,4 Prozentpunkte steigern. In wirtschaftlicher Hinsicht ist dies ein Spitzenwert.

Jeder fünfte Gast kommt aus dem Ausland

Nach wie vor entfällt jede fünfte Übernachtung auf einen ausländischen Gast. Mit knapp 179.000 Gästeübernachtungen bedeutet dies einen Anstieg gegenüber 2014 um sechs Prozent. „Würzburg profitiert weiterhin von einer starken Nachfrage für das Reiseland Deutschland, die wir durch gezieltes Auslandsmarketing unterstützen“, so Tourismusdirektor Peter Oettinger.

Mit 17.850 Übernachtungen (plus 20,3 Prozent) liegen die US-Amerikaner auf dem 1. Platz und verweisen die Niederländer mit 17.664 Übernachtungen (plus 3,2 Prozent) auf Platz 2. Auf Platz 3 und 4 folgen die Schweiz mit 13.939 Übernachtungen (plus 9,9 Prozent) und Großbritannien mit 10.982 Übernachtungen (minus 8,4 Prozent). China verzeichnet mit 10.902 Übernachtungen (plus 38,4 Prozent) einen starken Zuwachs und liegt nun bereits auf Platz 5, gefolgt von Österreich mit 10.600 Übernachtungen (plus 4,0 Prozent) und Italien (10.004 Übernachtungen, plus 2,5 Prozent).

Laut fränkischem Tourismusverbands gab es in Franken lediglich in der Stadt Nürnberg mehr Gästeübernachtungen als in Würzburg – und zwar rund 3 Millionen.

PM/BR/wog