Die Franken sind die Glückspilze Bayerns. Obgleich von Natur aus nicht unbedingt zur Euphorie neigend, zeigen sich die Franken jetzt glücklicher als die Südbayern – und deutlich glücklicher als vergangenes Jahr. Im Glücksatlas belegt Franken bundesweit den 2. Platz unter 19 deutschen Regionen – voriges Jahr war es noch Platz 5.

Der Süden Bayerns, also Altbayern, die Oberpfalz und Schwaben, erreicht Platz acht. Die Altbayern sind im Glücksranking zwar von Platz zehn auf Platz acht geklettert – aber deutlich gestiegene Mietkosten dämpfen die Zufriedenheit spürbar. Dabei punktet Südbayern mit der niedrigsten Arbeitslosenquote aller deutschen Regionen und dem höchsten verfügbaren Einkommen aller Regionen.

Die Franken sind dafür mit Ihrem Einkommen – obwohl es objektiv gesehen niedriger ist – sogar etwas zufriedener als die Südbayern. Dies könnte an deutlich niedrigeren Lebenshaltungskosten liegen sowie an der wesentlich größeren Vielfalt an hervorragenden Bieren, Weinen und Wurstwaren. Geld ist ohnehin nicht alles: Als positiven Faktor für Glück und Zufriedenheit in Franken nennt der Glücksatlas ausdrücklich den „hohen Anteil an Personen in einer Partnerschaft“.

Ganz Deutschland ist glücklicher als vor einem Jahr

Glaubt man dem Report, dann fühlen sich die Deutschen insgesamt so gut wie seit sechs Jahren nicht mehr – Terrorangst und Flüchtlingschaos zum Trotz. Auf einer Skala von null bis zehn liegt die gefühlte Zufriedenheit der Bevölkerung jetzt bei 7,11 Punkten – das sind 0,9 Punkte mehr als vor einem Jahr. Damit, so die Post, habe die Wertung das „Wertungsplateau“ der vergangenen Jahre erstmals deutlich verlassen. Im europäischen Vergleich stieg Deutschland von Platz zehn auf neun. Allerdings ist die Lücke zwischen West- und Ostdeutschen nochmals größer geworden.

Die Autoren fragen dabei zum Beispiel nach Familie, Arbeit und Gesundheit. Auf einer Skala von 0 bis 10 ist die subjektive Lebenszufriedenheit danach 2016 auf 7,11 Punkte angestiegen. Die Marke liegt damit höher als 2015 (7,02) und ist der Spitzenwert seit Beginn der Glücksatlas-Erhebung im Jahr 2010, erläuterte der Mitautor Bernd Raffelhüschen, Finanzwissenschaftler an der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg. Als möglichen Grund für den Anstieg sehen die Autoren die gute wirtschaftliche Entwicklung der vergangenen Jahre, in denen die Arbeitslosenrate sank und Löhne sowie Kaufkraft stiegen.

Ausgewählte Ergebnisse der Untersuchung:

  • DIE OPTIMISTISCHEN DEUTSCHEN: Sie leben nach wie vor an der Nordsee. Schleswig-Holstein hält seinen Spitzenplatz (7,41 Punkte). Doch der Süden holt auf. Von Platz fünf auf zwei schiebt sich Franken (7,22) nach vorn. In allen westlichen Bundesländern liegen die Werte dicht beieinander. Einen großen Sprung nach vorn von Platz zwölf auf sieben macht auch die Region Nordrhein mit Köln (7,18).
  • DIE SKEPTISCHEN DEUTSCHEN: Sie wohnen durchweg im Osten der Republik. Dort erreicht keine Region bei der Lebenszufriedenheit auf der Skala von 0 bis 10 die Marke 7. Den größten Zuwachs gibt es in Thüringen (6,94), das damit die neue Glücksregion im Osten ist. Auf dem letzten Rang liegt Mecklenburg-Vorpommern (6,77).
  • OST UND WEST: Nach einer immer weiteren Annäherung driftet die subjektive Zufriedenheit mit dem Leben in Deutschland 2016 erstmals wieder spürbar auseinander. Im Westen zeigt die Kurve nach oben – und zieht das ganze Land mit. Im Osten fällt sie leicht ab. Das gefühlte Glück in Ost und West liegt aber trotzdem lange nicht so weit voneinander entfernt wie noch vor fünf oder zehn Jahren.
  • DIE GLÜCKLICHSTEN EUROPÄER: Die Werte gibt es mit Zeitverzögerung erst für das Jahr 2015. Deutschland klettert dabei um einen Platz von Rang 10 auf Rang 9 nach oben und liegt damit weiter im oberen Mittelfeld. Ungeschlagen an der Spitze bleibt Dänemark, die rote Laterne hält Griechenland.
  • LEBENSBEREICHE: Am glücklichsten sind die Deutschen mit ihrer Wohnsituation und ihrer Familie. Im Mittelfeld liegt die Zufriedenheit mit Freizeit, Arbeit und Gesundheit. Auf den hinteren Rängen folgen Haushalts- und persönliches Einkommen – allerdings zeigt sich hier auch der stärkste Aufwärtstrend.
  • EINWANDERUNG: Die Skepsis ist in Ostdeutschland ausgeprägter. Hier findet nur rund die Hälfte der Befragten (56 Prozent), dass Deutschland durch Einwanderung vielfältiger wird, im Westen sind es mehr als zwei Drittel (70 Prozent). Je mehr Kontakt Deutsche zu Migranten pflegen, desto toleranter wird ihre Einstellung zur Zuwanderung, behauptet die Umfrage. Und je toleranter sie seien, desto zufriedener zeigten sich die Befragten mit ihrem Leben. Die Aufgabe der Integration aber sehen alle Bundesbürger kritischer. Nur die Hälfte der Interviewten (51 Prozent) findet, dass das Zusammenleben bisher gut funktioniert. Auch hier ist der Westen mit 54 Prozent Zustimmung zuversichtlicher als der Osten mit nur 35 Prozent.

(dpa/BR/Spiegel/wog)