Die CSU profitiert von einer verbesserten Grundstimmung in Bayern. (Foto: A. Schuchardt)
Die CSU profitiert von einer verbesserten Grundstimmung in Bayern. (Foto: A. Schuchardt)

Die CSU kann auf eine absolute Mehrheit nach der Landtagswahl 2018 hoffen. Die Partei verteidigt derzeit mit 45 Prozent die absolute Mehrheit der Sitze im Landtag laut aktueller BayernTrend-Umfrage. Großer Verlierer wäre demnach die SPD, die auf 14 Prozent und damit auf einen historischen Tiefstand abrutschen würde. Die Grünen kämen auf 13, die Freien Wähler auf sieben Prozent. Auch die AfD wäre demnach im bayerischen Landtag vertreten – zehn Prozent der Befragten votierten in der Umfrage für sie. Dagegen müssen FDP (vier Prozent) und Linke (drei Prozent) weiter um ihren Einzug in den Landtag bangen.

Die CSU ist stärker als alle anderen im Parlament vertretenen Parteien zusammen. Das ist Bestätigung für unseren Kurs und Ansporn, genau so weiter zu machen. Die Bayern-SPD bekommt die Quittung dafür, dass sie keine bayerischen Interessen vertritt.

Andreas Scheuer, CSU-Generalsekretär

Einen Seitenhieb gegen die SPD konnte sich Scheuer nicht sparen: Die einstige Volkspartei werde in Bayern zur Floppartei. Noch nie haben so wenige Menschen im Freistaat erklärt, die Sozialdemokraten wählen zu wollen. Natascha Kohnen, SPD-Generalsekretärin, sagte dazu: „Natürlich sind wir mit den aktuellen Umfragewerten nicht zufrieden, im Bund wie in Bayern. Wir haben es noch nicht geschafft, den Menschen zu vermitteln, was wir in den letzten drei Jahren erreicht haben und welche Antworten die SPD auf die aktuellen Herausforderungen hat.“

Stabile Zustimmung

Im Vergleich zur BayernTrend-Umfrage der ARD vom Juli 2016 ergeben sich folgende Veränderungen: die Zustimmung für die CSU bleibt unverändert, die SPD verliert drei Prozentpunkte, auch die Werte für die Grünen bleiben unverändert, die Freien Wähler gewinnen zwei, die AfD einen Prozentpunkt und die FDP bleibt unverändert.

Die nächste Landtagswahl ist im Herbst 2018. Bei der letzten Wahl 2013 hatte die CSU 47,7 Prozent der Stimmen erhalten, die SPD war bei 20,6 Prozent gelandet, die Freien Wähler freuten sich über neun Prozent, die Grünen über 8,6 Prozent – die FDP konnte nicht die Fünf-Prozent-Hürde überspringen.

Zuversicht statt Angst

Die hohen Werte für die CSU lassen sich durch die verbesserte Grundstimmung in Bayern erklären. Nur noch 40 Prozent der Befragten sehen in den aktuellen Verhältnissen im Land Anlass zur Beunruhigung. Vor einem Jahr waren es noch 57 Prozent. Trotz der unsicheren Sicherheitslage gab eine Mehrheit der Befragten (54 Prozent) an, in das neue Jahr mit Zuversicht gestartet zu sein – im Vergleich zum Vorjahr ein deutliches Plus von 18 Prozentpunkten.

Aufgrund der angespannten Sicherheitslage seit den Terroranschlägen vom vergangenen Jahr sind jedoch 80 Prozent der Befragten der Meinung, es müsste mehr getan werden, um Sicherheitslücken zu schließen. Diese Forderung hatten auch die Christsozialen wiederholt an die Bundespolitik gestellt und schärfere Gesetze gefordert. Eine deutliche Mehrheit der Befragten (60 Prozent) sieht das Land aber dennoch gut geschützt gegen terroristische Angriffe. 42 Prozent erklärten, im Alltag verstärkt auf verdächtig aussehende Personen und Gegenstände zu achten. Nur jeder vierte Befragte meidet große Menschenansammlungen wie auf Märkten oder Bahnhöfen.

BayernTrend-Umfrage

Für die Umfrage wurden von Infratest dimap im Auftrag des BR-Politikmagazins „Kontrovers“ im Zeitraum vom 4. bis 9. Januar 2017 in Bayern 1001 Wahlberechtigte telefonisch interviewt. Stichprobe: Repräsentative Zufallsauswahl/Randomstichprobe. Fehlertoleranz: 1,4 bis 3,1 Prozentpunkte.