Die Digitalisierung ist eines der zentralen Themen der Bayerischen Staatsregierung. (Bild: Imago/Gustavo Alabiso)
Die Digitalisierung ist eines der zentralen Themen der Bayerischen Staatsregierung. (Bild: Imago/Gustavo Alabiso)

Der Freistaat Bayern wird in den kommenden vier Jahren im Rahmen des Modellvorhabens „Digitales Dorf“ insgesamt fünf Millionen Euro für die Entwicklung von digitalen Dienstleistungen im ländlichen Raum bereitstellen. Das hat Bayerns Wirtschaftsministerin Ilse Aigner nach der Kabinettssitzung bekanntgegeben. Ziel des Modellversuches sei es, „den Alltag der Menschen im ländlichen Raum zu verbessern“.

Mit der Digitalisierung wollen wir den Alltag der Menschen im ländlichen Raum weiter verbessern.

Ilse Aigner, Bayerische Wirtschaftsministerin

Schwerpunkt Nordostbayern

Als Modellgemeinden wurden Orte im Nordosten des Freistaats ausgewählt. Neben insgesamt 16 Gemeinden im Landkreis Tirschenreuth, die sich unter dem Namen „Steinwaldallianz“ zusammengeschlossen und gemeinsam beworben hatten, werden auch die Bayerwald-Gemeinden Frauenau und Spiegelau zu Vorreitern bei digitalen Impulsen in strukturschwächeren Regionen.

Plattform zum Erfahrungsaustausch

„Die Staatsregierung investiert weiter kräftig, um die Chancen der Digitalisierung im ländlichen Raum zu nutzen“, sagte Ilse Aigner, deren Ministerium maßgeblich an dem Projekt beteiligt ist, in einer Pressemitteilung. Mit dem „digitalen Dorf“ fördere der Freistaat ein „digitales Modellprojekt, das bewusst Handlungsfelder abdeckt, die für die Menschen vor Ort wichtig sind“.

Dazu zählt die CSU-Politikerin Felder wie Mobilität, Nahversorgung, haushaltsnahe Dienstleistungen und Bildung. „Wir richten eine Plattform ein, so dass interessierte Gemeinden sich vernetzen und über ihre Erfahrungen mit der Digitalisierung austauschen können. Die Erfolge der Modellkommunen präsentieren wir in einem Atlas, so dass auch andere Kommunen davon profitieren können“.

Mehr als 20 Bewerbergemeinden

Die Gemeinden der Steinwaldallianz sowie die gemeinsame Bewerbung von Frauenau und Spiegelau hatten sich in einem zweitstufigen Wettbewerbsverfahren unter 20 Bewerbungen durchgesetzt. Die ausgewählten Gemeinden werden jetzt zusammen mit der Fraunhofer Gesellschaft und der Technischen Hochschule Deggendorf detaillierte Arbeitspläne ausarbeiten. Die Staatsregierung rechnet im Jahr 2018 mit ersten, „greifbaren“ Resultaten.

Weitere Maßnahmen zur Hacker-Bekämpfung

Der Ministerrat befasste sich bei seiner Sitzung mit einem weiteren digitalen Thema: Dem Kampf gegen Hacker-Angriffe. Anlässlich des Cyber-Angriffs auf die Deutsche Telekom, von dem Ende November rund 900.000 Kunden betroffen waren, forderte Innenminister Joachim Herrmann bundesweite Verbesserungen für mehr Cybersicherheit. Der CSU-Politiker sieht dabei vor allem die Hersteller von IT-Produkten in der Verantwortung: „Für viele Hersteller spielt Sicherheit bei der Entwicklung ihrer Produkte leider keine große Rolle“, kritisierte Herrmann. Ihr Fokus liege vielmehr darauf, „innovative Produkte möglichst schnell auf den Markt zu bringen“.

Stärkere Verpflichtung für IT-Konzerne

Dem CSU-Mann zufolge müssten die Hersteller von in Deutschland vertriebenen internetfähigen IT-Produkten bundesgesetzlich verpflichtet werden, Sicherheitsmaßnahmen nach dem Stand der Technik umzusetzen und Sicherheits-Updates bei bekannt gewordenen Schwachstellen in ihren Produkten bereitzustellen. Ebenso könnten die Verbraucher für mehr IT-Sicherheit sorgen, wenn sie sie bewusst einfordern.

Die Sicherheit muss neben Preis und leichter Bedienbarkeit genauso in die Kaufentscheidung einbezogen werden.

Joachim Herrmann, Bayerischer Innenminister

„Die Sicherheit des Produkts muss neben Preis und leichter Bedienbarkeit genauso in die Kaufentscheidung einbezogen werden“, stellte Herrmann klar. Die Investition in die Sicherheit heute sei „der beste Schutz vor kostspieligen Folgen durch Computerkriminalität von morgen“. Dabei könne die Politik auch über Gütesiegel für IT-Sicherheit nachdenken.