Das Staatliche Kurhausbad in Bad Kissingen. (Bild: Imago/Lindenthaler)
Das Staatliche Kurhausbad in Bad Kissingen. (Bild: Imago/Lindenthaler)

„Wir sind mit der Umsetzung des Masterplans für Bad Kissingen auf einem sehr guten Weg. Der Freistaat investiert dabei insgesamt mehr als 80 Millionen Euro in sein Staatsbad. Wir liegen mit den Arbeiten voll im Zeitplan“, zog Finanz- und Heimatminister Markus Söder (CSU) eine positive Zwischenbilanz der großangelegten Planung für das unterfränkische Staatsbad. Der „Masterplan“ umfasst unter anderem die Restaurierung und Modernisierung von drei historischen Liegenschaften des Freistaats Bayern: Dem ehemaligen Kurhausbad, dem angrenzenden Neumann-Flügel und dem ehemaligen Luitpoldbad. Das Staatsbad Bad Kissingen ist einer der bekanntesten Kurorte Deutschlands. Seit 1980 habe der Freistaat Bayern insgesamt rund 117 Millionen Euro in Bad Kissingen investiert, rechnet Söder vor.

Das ist ein starker Impuls für die ganze Region.

Bayerns Verbraucherschutzministerin Ulrike Scharf (CSU)

Bad Kissingen erhält im Rahmen des Konzeptes „Regionalisierung von Verwaltung – Behördenverlagerung“ mittelfristig 100 hochqualifizierte Arbeitsplätze im neu gegründeten „Haus für Gesundheitsmanagement“, das dem Bayerischen Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (LGL) angegliedert ist. Es soll im ehemaligen Kurhausbad in der Prinzregentenstraße und dem angrenzenden Neumann-Flügel untergebracht werden. Für die Sanierung des historischen Gebäudes sind allein im Doppelhaushalt 2017/2018 rund 45 Millionen Euro vorgesehen. Die Vorentwurfsplanung ist seit Herbst abgeschlossen. Voraussichtlich 2020 sollen die Gebäude bezugsfertig sein.

Die Vorhut ist schon da

Wie Gesundheitsministerin Melanie Huml und Verbraucherschutzministerin Ulrike Scharf (beide CSU) mitteilten, haben sieben Mitarbeiter des Hauses für Gesundheitsmanagement ihre Arbeit in Bad Kissingen bereits aufgenommen – als Vorhut für die künftig rund 100 Mitarbeiter der neuen Landesinstitute. Sie sind derzeit noch im ehemaligen Telekomgebäude in der Münchner Straße untergebracht. Verbraucherschutzministerin Scharf nannte das neue Haus für Gesundheitsmanagement „einen starken Impuls für die ganze Region“. Der Freistaat schaffe damit „mehr Sicherheit für die Verbraucher und hochkarätige Arbeitsplätze“.

Die menschliche Gesundheit hängt unmittelbar mit der von Tier und Umwelt zusammen. Das wird mit der Zielsetzung dieser neuen Institute deutlich.

Bayerns Gesundheitsministerin Melanie Huml (CSU)

Gesundheitsministerin Huml betonte, in Bad Kissingen werde unter dem Titel „One Health“ (eine Gesundheit) der Gedanke vereint, dass „die menschliche Gesundheit unmittelbar mit der von Tier und Umwelt zusammenhängt“. Dies werde mit der Zielsetzung der neuen Institute deutlich. Konkret geht es aktuell um zwei neu gegründete Institute des Bayerischen Landesamts für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit, das Institut für Kurmedizin und das Institut für gesunde Lebensmittel.

Noch Ende 2016 beginnen die Schutzmaßnahmen der historisch wertvollen Bauteile. Anschließend werden Trockenbaukonstruktionen, wie die abgehängten Decken, noch im Dezember abgebrochen. Im Frühjahr 2017 beginnen die Schadstoffsanierung sowie die Demontage der vorhandenen Technik. Nach Erteilung der Baugenehmigung und Erarbeitung der Ausführungsplanung werden die Rohbauarbeiten im Sommer 2017 ausgeschrieben. Die Arbeiten sollen im Herbst 2017 beginnen.

Eventbereich im Innenhof

Schon weiter fortgeschritten ist die Umwandlung des ehemaligen Luitpoldbades im Kurpark in ein Behördenzentrum. Hier investiert der Freistaat Bayern rund 39 Millionen Euro. Die Fertigstellung ist für Mitte 2017 geplant. Unter anderem sollen hier die Staatsbad Bad Kissingen GmbH, also die ehemalige Kurverwaltung, das Amt für Digitalisierung, Breitband und Vermessung, das Büro Bad Kissingen der Regionalvertretung Unterfranken der „Immobilien Freistaat Bayern“, die Verwaltung der Staatlichen Spielbank Bad Kissingen sowie die zentrale Finanzkasse des Finanzamtes Bad Kissingen einziehen.

Wir sind mit der Umsetzung des Masterplans für Bad Kissingen auf einem sehr guten Weg. Wir liegen mit den Arbeiten voll im Zeitplan.

Bayerns Finanzminister Markus Söder (CSU)

Der Freistaat hat außerdem eine Anregung der Kommune aufgegriffen und schafft in dem stimmungsvollen Ambiente des Innenhofes des ehemaligen Luitpoldbades einen Eventbereich mit bis zu 1400 Sitzplätzen oder 1800 Stehplätzen für Aufführungen und Konzerte unterschiedlicher Art. Für die Herrichtung des Innenhofes und seiner Aufwertung zum Eventbereich ist eine Bausumme von 1,8 Millionen Euro veranschlagt. Gegenwärtig werden als Vorarbeiten zu der Neuanlage der Außenanlagen im Umgriff des ehemaligen Luitpoldbades die Grundleitungen, insbesondere die des Kanalnetzes, auf mehreren Hundert Meter Länge erneuert.

Offene Frage: Ausschreibung für Vier-Sterne-Hotel

Den „Masterplan Bad Kissingen“ hatte Söder vor genau einem Jahr vorgestellt – gemeinsam mit dem Oberbürgermeister von Bad Kissingen, Kay Blankenburg (SPD), dem Landrat des Landkreises Bad Kissingen, Thomas Bold (CSU), und dem Landtagsabgeordneten Sandro Kirchner (CSU). Der Masterplan umfasst die Sanierung dreier staatseigener Liegenschaften: des Königlichen Kurhausbades, des daran angrenzenden „Neumannflügels“ und des Luitpoldbades.

Offen ist noch die Frage eines neuen Vier-Sterne-Hotels an Stelle des abgerissenen Steigenberger-Kurbadhotels. Denn parallel zur Präsentation des Masterplans wurde die Baufläche neben Kurhausbad und Neumannflügel zur Errichtung eines Vier-Sterne- oder Vier-Sterne-Plus-Hotels durch einen privaten Investor ausgeschrieben. Die Ausschreibung läuft noch bis Ende Februar 2017. Dazu hat die Stadt Bad Kissingen die Bebauungsplanfestsetzungen für den zulässigen Anteil für Dauerwohnbebauung im Kurgebiet geändert. Außerdem saniert der Freistaat die nahegelegene Tiefgarage, um die Ausschreibung attraktiver zu machen, wie das Finanzministerium mitteilt. Falls sich aber dennoch kein privater Investor findet, fordert der Kommentator der Main-Post, solle der Freistaat selbst erneut in irgendeiner Weise tätig werden, damit keine schmerzende Baulücke an zentraler Stelle entsteht.

(PM/BR/Main-Post/wog)