Ein Ende des Tarifstreits bei der Lufthansa ist nicht in Sicht. (Bild: dpa / P. Kneffel)
Ein Ende des Tarifstreits bei der Lufthansa ist nicht in Sicht. (Bild: dpa / P. Kneffel)

Im Dauerkonflikt mit den streikenden Piloten will die Lufthansa die Gewerkschaft mit einem verbesserten Angebot zurück an den Verhandlungstisch holen. Die Airline bietet eine Erhöhung der Bezüge in zwei Stufen um insgesamt 4,4 Prozent und zusätzlich eine Einmalzahlung an – die Piloten hingegen errechnen in einer komplizierten Rechnung, die auch ihre Altersbezüge beinhaltet, ein notwendiges Gehaltsplus von fast 22 Prozent.

Lufthansa: Neues Angebot als Zugeständnis an Gewerkschaft

Im einzelnen bietet die Lufthansa für 2016 eine Vergütungserhöhung um 2,4 Prozent und für 2017 um weitere 2,0 Prozent. Dieses Angebot sei nicht an weitere Bedingungen geknüpft. Die Lufthansa gehe damit auf eine zentrale Forderung der Pilotengewerkschaft Vereinigung Cockpit (VC) ein, hieß es. Die Gewerkschaft habe gegenüber Medien wiederholt erklärt, auf Basis eines solchen Angebotes zu einer Schlichtung bereit zu sein. Lufthansa stehe ab sofort zur Verfügung, um gemeinsam mit der VC eine Schlichtung des Vergütungstarifvertrages vorzubereiten, hieß es dort.

Streit hält seit Jahren an

Lufthansa und Cockpit streiten schon seit Jahren um die Gehälter von rund 5400 Piloten der Lufthansa, Lufthansa Cargo und Germanwings. Die VC verlangt bis zu 22 Prozent für einen Zeitraum von fünf Jahren bis April 2017.

Bodenpersonal unterstützt Unternehmen

Unterdessen haben die Piloten ihre Streiks bei Lufthansa fortgesetzt. Der Konzern strich wegen der Ausstände 890 Flüge, davon waren rund 98.000 Passagiere betroffen. Doch nicht nur die Fluggäste sind Leidtragende des neuerlichen Ausstands: Auch das Bodenpersonal meldete sich jetzt lautstark zu Wort – und schlug sich auf die Seite ihres Arbeitgebers. Nach Polizeischätzungen demonstrierten am Mittwoch zeitweise bis zu 400 Beschäftigte vor der Unternehmenszentrale am Frankfurter Flughafen gegen den Kurs der Piloten. Der Betriebsrat des Frankfurter Bodenpersonals hatte ohne Rückendeckung der Gewerkschaften zu der Kundgebung aufgerufen. Er forderte ein schnelles Ende des „zerstörerischen Streits“ und verlangt von der VC, in eine Schlichtung einzuwilligen.

Schweigende Mehrheit hat „die Nase voll“

„Was immer die Piloten herausholen, muss am Ende des Tages an anderen Stellen im Unternehmen gegenfinanziert werden“, sagte das Mitglied des Lufthansa-Betriebsrates Frankfurt Boden, Ruediger Fell, der Deutschen Presse-Agentur dpa. Bei Lufthansa gebe es eine schweigende Mehrheit, die von den Streiks die Nase voll habe. Zeitgleich demonstrierten nach Polizeischätzungen etwa 400 Piloten am Flughafen für ihre Belange.