Tief verschneit ist das Riedberger Horn bei Balderschwang. (Foto: dpa/Karl-Josef Hildenbrand/Archiv)
Tief verschneit ist das Riedberger Horn bei Balderschwang. (Foto: dpa/Karl-Josef Hildenbrand/Archiv)

Das Kabinett hat zudem eine Erfolgsbilanz bei der Regionalisierung von Studien- und Hochschulangeboten gezogen. Ein enges Netz an wissenschaftlichen Einrichtungen und Ausbildungsmöglichkeiten soll den Bedarf an Fach- und Führungskräften von Unternehmen decken. Langfristig soll das zu gleichwertigen Lebensverhältnissen in ganz Bayern führen und die wissenschaftlich-technische Infrastruktur stärken.

Keine weißen Flecken in der Wissenschaftslandschaft

Wir knüpfen das Wissenschaftsnetz über Bayern enger und eröffnen jungen Menschen mit Talenten und Engagement mehr Möglichkeiten, sich zu qualifizieren und weiterzubilden.

Ludwig Spaenle, Bayerischer Wissenschaftsminister

Im aktuellen Wintersemester 2016/2017 nutzen bayernweit 1100 Studierende Lehrveranstaltungen an den neu eingerichteten Studienstandorten – von Altötting und Abensberg bis Nördlingen und Tirschenreuth. Die wissenschaftsgestützte Struktur- und Regionalisierungsstrategie umfasst folgende Elemente:

  • den landesweiten Wettbewerb „Partnerschaft Hochschule und Region“
  • wissenschaftspolitisch begründete Priorisierungsstandorte
  • die langfristige Erfolgsstrategie für die Technologietransferzentren
  • die Stärkung der Profilbildung technisch orientierter Hochschulen für angewandte Wissenschaften als „Technische Hochschulen“

So könne Bayern auch an Orten, an denen keine Hochschule angesiedelt sei, auf der Basis der wissenschaftsgestützten Regionalisierungsstrategie jungen Menschen Studien- und Hochschulangebote machen, sagt Spaenle. Beispiele sind unter anderem Bachelorstudiengänge, die von einzelnen Hochschulen eingerichtet wurden. Dazu zählen:

  • Interkulturelles Management in Rothenburg ob der Tauber (HaW Ansbach)
  • Soziale Arbeit in Cham, Tirschenreuth und Abensberg (OTH Regensburg)
  • Pädagogik der Kindheit und Jugend in Mühldorf am Inn (HaW Rosenheim)
  • Systems Engineering in Nördlingen und Memmingen (HaW Augsburg, Kempten und Neu-Ulm)

Für den weiteren Ausbau will die Staatsregierung – vorausgesetzt der Landtag stimmt dem Entwurf zum Doppelhaushalt 2017/2018 zu – in den nächsten beiden Jahren zusätzlich rund 37 Millionen Euro investieren und weitere 120 Planstellen schaffen. In der Oberpfalz soll zudem ein Gesundheits- und Medizintechnik-Campus aufgebaut werden als Kompetenzzentrum der OTH Amberg-Weiden in Weiden. Im Umkreis Deggendorf soll das Studienfeld „Gesundheitswissenschaften“ weiterentwickelt werden, wie auch das Wissenschaftszentrum Straubing.

Kompromiss am Riedberger Horn

Die Staatsregierung treibt das Skiliftprojekt am Riedberger Horn im Allgäu voran. Das Kabinett segnete einen Kompromissvorschlag von Heimatminister Markus Söder zur Neufassung des Landesentwicklungsprogramms ab. Demnach soll die durch das Liftprojekt betroffene Fläche nur 80 statt 150 Hektar groß sein. Im Gegenzug soll es eine Kompensationsfläche von 304 Hektar geben. Die Schutzzone C im Alpenplan werde also um rund 224 Hektar erweitert.

Die Bürger haben demokratisch über ihre Heimat mitbestimmt und sich mit deutlicher Mehrheit für die Skigebietsverbindung ausgesprochen. Jetzt leiten wir das Verfahren zur Änderung des Alpenplans ein und schaffen damit die Grundlagen für die Umsetzung des Vorhabens.

Markus Söder, Bayerischer Finanzminister

Das Gebiet liegt in der Gemeinde Balderschwang. Im Rahmen der LEP-Änderung werden in einem transparenten Beteiligungsverfahren Kommunen, Verbände, Behörden und Öffentlichkeit zu Wort kommen. Für die endgültige Prüfung und Genehmigung des Vorhabens ist letztendlich das Landratsamt zuständig. Die Bewohner der beiden Gemeinden Balderschwang und Obermaiselstein haben sich in Bürgerentscheiden für einen Zusammenschluss der beiden dortigen Skigebiete ausgesprochen. Die sogenannte Skischaukel ist allerdings umstritten, weil die geplante Lifttrasse durch einen streng geschützten Bereich der Alpen verläuft und damit eigentlich unzulässig ist. Die Staatsregierung will dafür aber mit der Änderung des Landesentwicklungsprogramms den Weg ebnen.