Arbeitlose in Athen: Der pleitebedrohte griechische Staat will mit den neuesten Maßnahmen rund 2,45 Milliarden Euro zusätzlich einnehmen. Foto: Orestis Panagiotou/dpa
Arbeitlose in Athen: Der pleitebedrohte griechische Staat will mit den neuesten Maßnahmen rund 2,45 Milliarden Euro zusätzlich einnehmen. Foto: Orestis Panagiotou/dpa

Viele Griechen können die Kfz-Steuer nicht mehr bezahlen: Bei den Behörden werden zahlreiche Autos abgemeldet. Wer in Griechenland tanken geht, zahlt künftig außerdem 3 Cent mehr Steuern pro Liter Benzin (Erhöhung von 67 auf 70 Cent). Der Steueranteil bei Diesel steigt um 8 Cent, bei Erdgas sind es sogar 10 Cent. Auch Raucher und Kaffeetrinker sind betroffen: Ein Kilo Tabak kostet künftig mit 170 Euro fast 10 Prozent mehr. Beim Kaffee soll der Kilopreis um zwei bis drei Euro steigen; im Café wären das pro Tasse griechischen Medien zufolge 10 bis 20 Cent mehr. Zudem erhöhen sich die Steuern auf Telefonie. Fünf Prozent zusätzlich müssen die Griechen künftig für ihren Festnetzanschluss bezahlen.

Folge: Konsum geht zurück

Das Gros der angestrebten Mehreinnahmen will der Staat jedoch von Landwirten, Hausbesitzern, Rentnern, und Selbstständigen holen. Mit Rentenkürzungen und höherer Besteuerung soll diese Gruppe im Jahr 2017 rund 1,5 Milliarden Euro zusätzlich bringen. Maßnahmen wie diese führen schon längst dazu, dass der Konsum zurückgeht. Im Dezember verzeichnete der Einzelhandel Medienberichten zufolge erneut ein Umsatzminus. Insgesamt lag der Rückgang beim Weihnachtsgeschäft in den vergangenen sechs Krisenjahren bei fast 40 Prozent oder 2,4 Milliarden Euro, wie der griechische Einzelhandelsverband errechnet hat.

Weil sie die zum Jahresbeginn anfallende Kfz-Steuer nicht bezahlen können, melden viele Griechen in den ersten Tagen des neuen Jahres ihre Autos ab. Allein in der Stadt Larisa mit rund 160 000 Einwohnern seien bisher rund 4800 Nummernschilder abgegeben worden, sagte die Chefin der örtlichen Steuerbehörde dem griechischen Nachrichtensender Skai. Die abschließende Zahl dürfte noch weit höher liegen; aus Rücksicht auf die Feiertage einschließlich des Dreikönigstags hatte das Finanzministerium für die Zahlung der Kfz-Steuer einen Aufschub bis zum 9. Januar gewährt. «Viele Autobesitzer werden bis zu diesem letzten Tag warten, bevor sie ihre Nummernschilder einreichen; wir rechnen landesweit noch mit einem großen Ansturm», sagte die Finanzamtleiterin.