KÜRZLICH GESEHEN
Günther Jauch, ARD
Die Aufgabe eines Moderators in einer politischen Talk-Sendung sollte es sein, die Diskussion unter den Gästen zu koordinieren. Nimmt man diese Definition als Maßstab für die Sendung Günther Jauchs zur Beobachtung der Linken, muss man dem Moderator ein schlechtes Zeugnis ausstellen. Die Diskussion in der eigentlich interessant besetzten Runde verläuft oft fahrig und chaotisch. Es gelingt Jauch kaum, das Gespräch zu leiten. Zu allem Überfluss schlägt er sich dann mit Äußerungen wie „Sind die Linken denn wirklich so schlimm?“ auch noch auf eine bestimmte Seite – was ihm als Moderator nicht passieren sollte. Die Verfechter einer weiteren Beobachtung der Linken – CSU-Generalsekretär Alexander Dobrindt und das Stasi-Opfer und CDU-Mitglied Vera Lengsfeld – bemühen sich nach Kräften, scheitern aber mit ihren Argumenten weitgehend an der schlichten Argumentenresistenz von Linken-Politiker Dietmar Bartsch und SZ-Redakteur Heribert Prantl. Besonders Bartsch hat den Vorwürfen zumeist nur ein schwaches „Das stimmt doch so nicht“ entgegenzusetzen. Hier wäre es die Aufgabe Jauchs gewesen, eine konkretere Antwort einzufordern. Dem kommt Jauch aber ebenso wenig nach wie dem gefühlten Wunsch des Zuschauers, den endlosen Monologen des ehemaligen Verfassungsschutz-Chefs Frisch rechtzeitig ein Ende zu bereiten.
Dominik Sauter



