SPD provoziert Kopfschütteln
Nebulöse Wahlkampftaktik – Krokodilstränen des Niedersachsen-Altkaders Gabriel
Berlin – Die SPD löst Kopfschütteln aus, und das in zweierlei Hinsicht: Einmal beim potenziellen grünen Koalitionspartner wegen der nebulösen Wahlkampftaktik, die der SPD-Vorstand festgelegt hat. Gleichzeitig erregt Parteichef Gabriel Anstoß mit seinem Vorwurf, Christian Wulff habe „Niedersachen zur Beute“ gemacht. Ausgerechnet Gabriel ...
Bei der Vorstandsklausur erklärte Gabriel, er wolle keinen „Lagerwahlkampf“ gemeinsam mit den Grünen führen. Auch wolle er Kanzlerin Merkel nicht direkt angreifen – eigentlich kein Wunder, vergleicht man die Beliebtheit Merkels mit der Gabriels. „Unsere Gegner sind die Finanzmärkte, unser Gegner ist die soziale Spaltung in Deutschland“, phraseologisierte er und provozierte damit Kritik der Grünen.
Die SPD-Führung instrumen-talisiert die Kritik am Bundes-präsidenten, um die Kanzlerin zu beschädigen und die politische Stimmung für die Union im Vorfeld der Bundestagswahl zu verschlechtern. Die CDU hat angekündigt, sich gegen diese Kampagne nach Kräften zur Wehr zu setzen und das SPD-Regiment an der Leine zu durchleuchten.
Die SPD-Granden, die über den eigenen Kanzlerkandidaten im Troika-Stil wieder einmal herzlich uneinig sind und von diesem Zerwürfnis ablenken wollen, verkennen, wie gut den Menschen das Regieren nach Gutsherrenart der SPD und deren Hannover-Connection in Erinnerung ist. Gerhard Schröders Verbindungen mit den Magnaten waren so eng, dass man für die Freunde den Namen „Frogs“ (Friends of Gerd) verwendete.
Der mögliche Kandidat Steinmeier war enger Vertrauter Schröders und Manager seines Systems. Der Ministerpräsident selbst nutzte die Opernball-Einladung durch Piech per Learjet, große Maschmeyer-Anzeigen, und niemand fragte, ob er die teuren kubanischen Zigarren immer selbst bezahlt hat. Nachfolger Glogowski scheiterte nach einem Jahr an einem dichten Filzsystem mit Ausläufern nach Braunschweig: Sachspenden für die Hochzeitsfeier, von TUI gesponserte Reisen und anderen Festlichkeiten. Der andere mögliche Kandidat, Gabriel, gründete nach seiner Abwahl als Ministerpräsident eine Beratungsfirma und akquirierte VW als Kunden. Schröder stieg 2005 ins russische Gasgeschäft ein: In allen Ehren, selbstverständlich. / $$wog
I. S.



