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Report Thema:
Regierungsbezirk Schwaben

Aktuelle Ausgabe: Jahrgang 61, Nr. 36, 11. September 2010

 

Ausbildung für Afghanen

Bald 20 bayerische Polizisten im Einsatz?

München/Kabul – Wenn Deutschland seine Polizeikräfte zur Ausbildung der afghanischen Kollegen von 123 auf 200 aufstockt, ist auch der Freistaat Bayern dabei: Aus bisher sieben bayerischen Beamten am Hindukusch sollen kurzfristig zehn werden. Doch das ist noch nicht das Äußerste, so Innenminister Joachim Herrmann zum Bayernkurier: „Ich kann mir einen Einsatz von bis zu 20 bayerischen Polizeibeamten in Afghanistan vorstellen.“

Die Afghanistan-Ausbilder aus den Reihen der bayerischen Polizei werden ausschließlich aus Freiwilligen rekrutiert. Sie müssen laut Innenministerium bestimmte Vorkenntnisse mitbringen, vor allem Fremdsprachenkenntnisse, aber auch Flexibilität, Erfahrung mit schweren Waffen, schweren Fahrzeugen und Notfall-Hilfe. Wer sich bewirbt, muss erst einmal ein polizei-internes Einschätzungs-Verfahren durchlaufen. Anhand dieser Ergebnisse wird dann ausgewählt.

Die Ausbildung der Afghanen läuft ausschließlich in befestigten Camps der Bundeswehr, in dem Camp der internationalen Truppen in Masar-i-Scharif, sowie in der Akademie der Polizei in Kabul. Die vieldiskutierte Ausbildung in der Praxis – dass etwa baye­rische Polizisten mit den Afghanen Streife laufen oder in ungesicherten Dienststellen auf dem Land Gefahr laufen, bei Überfällen ins Fadenkreuz der Taliban zu geraten – ist derzeit laut Ministerium „kein Thema“.

„Bayern unterstützt die Ausbildung der afghanischen Polizei im Rahmen der europäischen Gesamtstrategie“, so Herrmann. „Unser Ziel ist es, mit dieser Ausbildungshilfe Afghanistan in die Lage zu versetzen, sich in Sachen Innere Sicherheit selbst zu helfen.“

Wolfram Göll


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