Aktuelle Ausgabe: Jahrgang 61, Nr. 36, 11. September 2010
Der Standpunkt
Einige Banker haben aus der Finanzkrise nichts gelernt. In den Finanzzentren London und New York werden jetzt schon wieder Boni ausgeschüttet, die größer sind als vor der Krise. Die Zündler von damals haben die Streichhölzer schon wieder in der Hand. Deshalb müssen wir jetzt schnell politisch handeln.
Wir brauchen eine bessere Bankenaufsicht, schärfere Regeln für Ratingagenturen und wir müssen endlich dafür sorgen, dass das Spekulieren teurer wird. Eine internationale Finanzmarktsteuer könnte dem grenzenlosen Spekulationswahnsinn ein Ende machen. Keine Bank darf so agieren, dass sie, wie auf dem Höhepunkt der globalen Krise, mit brutaler Zockermentalität an den globalen Finanzmärkten sagen kann: Entweder machen wir den großen Reibach oder wir nehmen den Steuerzahler als Geisel, der wird uns schon wieder raushauen.
Wir müssen das Spielcasino jetzt endgültig zusperren. Eine Anti-Spekulationssteuer muss die großen Spekulanten treffen, nicht die kleinen Sparer. Dazu sollte die Abgabe an das Risiko der Anlage gekoppelt werden: Langfristiges Sparen wird verschont, kurzfristiges Zocken teuer. Die Fehler der Vergangenheit dürfen nicht noch einmal gemacht werden.




