Aktuelle Ausgabe: Jahrgang 61, Nr. 35, 04. September 2010
In Gedanken stets bei Gott
F ür Christoph Wittmann war bereits in jungen Jahren klar: Er will Priester werden

Lauterhofen – Für Christoph Wittmann ist ein Lebenstraum in Erfüllung gegangen. Er ist mit nur 25 Jahren Priester geworden. Bereits in seiner Kindheit stand für ihn fest: Berufsziel ist der Dienst an Gott.
Christoph Wittmann wollte bereits als Kind Priester werden, weil er schon früh von Glaube und Kirche fasziniert war. „ Bereits als Bub hat der Christoph mit seinen Geschwistern daheim Gottesdienst gespielt oder Kirchen gebastelt“, erinnert sich seine Mutter. Die empfanden das zwar als ein wenig nervig, doch jetzt sind sie auf ihren Bruder mächtig stolz.
An einem Samstagvormittag wurde er im Eichstätter Dom zum Priester geweiht, nachmittags bereiteten ihm die Bewohner seiner Heimatgemeinde Lauterhofen in der Oberpfalz einen begeisterten Empfang. Tags darauf feierte der junge Mann vor tausenden Gläubigen Primiz.
Christoph wurde schon als Erstklässler Ministrant. „Seitdem ist die Vorstellung vom Priesterberuf nicht mehr aus meinem Kopf verschwunden“, erzählt er. Während sich seine Klassenkameraden im Neumarkter Gymnasium um Mädchen bemühten, dachte der Oberministrant Christoph an die nächste Wallfahrt. Kurz vor dem Abitur entschied er sich dann endgültig für den Dienst an Gott. Wenn er heute von seiner Berufung spricht, verwendet er einfache Worte: „Ich hatte das innere Gefühl, dass mich etwas treibt und drängt. Ich wollte diesen Beruf ergreifen, weil ich nicht anders konnte.“
Sein damaliger Ortspfarrer erkannte das früh und unterstützte Christophs Weg: Mit ihm zusammen betrat der Abiturient an einem Herbsttag im Jahr 2002 zum ersten Mal das Priesterseminar in Eichstätt. Dort gehörte er zu den 25 Neuen und war mit seinen 19 Jahren noch dazu einer der Jüngsten.
Obwohl alle Seminaristen das gleiche Ziel verfolgen, fühlte sich Christoph Wittmann in diesem Kreis nie ganz glücklich. An seinen Leistungen lag das bestimmt nicht, wie der damalige Regens Josef Gehr bestätigt: „Christoph war ein guter Student und hat sich im Seminar schnell eine Führungsposition erarbeitet.“
Seine außerordentliche Disziplin, die den Freund Michael Harrer manchmal gestört hat – „Ich habe mir so manchen Rüffler von ihm abgeholt“ –, passt so gar nicht zu seiner Warmherzigkeit und Ausgeglichenheit. Besonders diese Eigenschaften sind es, die Eltern und Schwestern so sicher sein lassen, dass ihr Christoph ein guter Pfarrer sein wird. Nach dem Examen folgte das sogenannte Pastoralpraktikum. In Wolframs-Eschenbach stellte Christoph Wittmann jedoch fest, dass sich Grundschüler keineswegs für das Kreuz als Zeichen der Erlösung interessieren und die allermeisten Kirchgänger an der altvertrauten Form des Sonntagsgottesdienstes hängen – bittere Erfahrungen für den liturgiebegeisterten jungen Diakon.
Zweifel aber sind Wittmanns Sache nicht. „Es macht Freude, in der Kirche zu arbeiten“, schiebt er nach der kurzen Klage nach. Also biss er sich durch. Und als er als frisch geweihter Priester im gelben Ornat mit Gesang und Blasmusik von Pfarrer, Bürgermeister, Landrat und dem halben Dorf empfangen wird, hat er diese Erfahrungen längst abgehakt.
Christoph ist ein außergewöhnlich frommer Mensch und so sind seine Gedanken stets bei seinem Herrn. „Gott macht es auf jeden Fall richtig. Das Wesentliche ist, die Menschen zu Gott zu führen.“ Eben das betrachtet Christoph Wittmann als seine wichtigste Aufgabe. Mittlerweile hat er in seiner Heimatdiözese Eichstätt seine erste Stelle als Kaplan angetreten.Bernhard Greger




