Aktuelle Ausgabe: Jahrgang 61, Nr. 36, 11. September 2010
KÜRZLICH- GESEHEN
Zu Hause wartet der Tod, WDR
Nordkorea ist eine Mischung aus George Orwells „Farm der Tiere“ und Joseph Conrads „Herz der Finsternis“. Hier sind einige Menschen „gleicher“ als die anderen, und ein wahnsinniger Diktator spielt Herr über Leben und Tod. Im kommunistischen Reich des Kim Yong-il verhungern die Menschen, werden bespitzelt, verhaftet, unterdrückt und in Arbeitslagern gefoltert oder sogar für medizinische Versuche missbraucht. Wie in der DDR versuchen viele zu fliehen. Doch dieser Weg über 10000 Kilometer, den das Filmteam begleitete, ist ein Höllentrip über China und Laos nach Thailand. Erst dort sind die Flüchtlinge in Sicherheit, denn China und Laos liefern nach Nordkorea aus, monatlich fast 100 Verzweifelte. Zu Hause warten auf geflohene Nordkoreaner Tod oder Folter. Und die nächtlichen Strapazen im Dschungel, geleitet durch namenlose Helfer, mit kaum etwas zu essen, bedroht durch Menschenhändler und Grenztruppen, überleben viele nicht (Bild). 2008 schafften es 3000 Menschen, darunter die gefilmte Fluchtgruppe mit einer alten Frau und einem Kind. Geplagt von Albträumen, oft ohne Familie, ohne Geld, ohne Arbeit landen sie am Ende in Südkorea, aber sie sind aus einem Grund glücklich: „Endlich in Freiheit leben.“ Eine Dokumentation, die unter die Haut geht.avd




