Aktuelle Ausgabe: Jahrgang 61, Nr. 35, 04. September 2010
ZUR SACHE
Westerwelles Patzer
Hatte der neue Bundesaußenminister sein mentales Diplomatengepäck in Berlin vergessen? Oder was hat ihn geritten, im Ausland lautsprecherisch sein Veto gegen den Einzug der Vertriebenenpräsidentin Erika Steinbach in den Beirat der Stiftung „Flucht, Vertreibung, Versöhnung“ zu verkünden? Da agierte nicht der Außenminister Deutschlands – da agitierte der FDP-Vorsitzende Westerwelle.
Dass er damit gegen die Tradition verstieß, innenpolitische Fragen nicht aus dem Ausland anzustoßen, stellt ihm kein gutes Zeugnis in Sachen politischem Benimm aus.
Die Frage, ob Erika Steinbach den noch unbesetzten Beiratssitz einnehmen kann, ist eine ausschließlich innenpolitische Frage. Die Stiftung ist entgegen dem jetzt durch Westerwelles Patzer entstandenen Eindruck kein deutsch-polnisches Projekt. Sie soll an das Schicksal aller Vertriebenen erinnern und an die Mahnung, die damit verbunden ist.
Peter Hausmann




