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Report Thema:
Marktwirtschaft und Mittelstand

Aktuelle Ausgabe: Jahrgang 61, Nr. 34, 28. August 2010

Report Thema: Marktwirtschaft und Mittelstand

 

Tradition und Qualität aus einer Hand

Bayerns erfolgreicher Mittelstand: Bauunternehmen Adldinger in Kranzberg
Tradition und Qualität aus einer Hand
Andreas Adldinger

Kranzberg – Wie die meisten Kinder liebte es auch Andreas Adldinger, Sandburgen und Häuser zu bauen. Ihm wurde dieses Spiel zur Berufung. Bereits mit 28 Jahren teilt er sich zusammen mit seinem Vater Josef die Geschäftsführung für das Bauunternehmen Adldinger in Kranzberg im Landkreis Freising.


Der Markt ist hart umkämpft, denn viele Bauträger buhlen mit uniformen Einheitssiedlungen und billigen Bautrupps aus dem Ausland um die Kunden. Dieses Spiel machen Andreas Adldinger und sein Vater nicht mit. „Wir bieten zwar schlüsselfertige Immobilien, aber keine Produkte von der Stange“, so der Juniorchef. „Für uns heißt schlüsselfertig, dass Koordination und Controlling eines Auftrages allein in unserer Hand liegen.“

In den letzten Jahrzehnten wurden Wünsche immer indi­vidueller, gleichzeitig haben die Kunden immer weniger Zeit und nicht die Erfahrung, um in Eigenregie zu bauen. „Das haben wir früh erkannt und zählen deshalb zu den Pio­nieren bei denen, die alles in Generalunion anbieten“, sagt Adldinger. Das oberbayerische Bauunternehmen erfüllt alle Wünsche: von der Planung über die Ausstattung bis zur Schlüsselübergabe. Deshalb verfügen die Adldingers nicht nur über eigene, gut ausgebildete Handwerker, sondern zudem über ein ausgezeichnetes Netzwerk an Architekten, Elektrikern, Malern oder Fliesenlegern – und zwar vor Ort. „Wir heuern keine ausländischen Trupps an, die keine Verantwortung auf dem heimischen Markt übernehmen müssen. Denn wir leben von unserem guten Ruf“, betont der Juniorchef. Dass sich diese Einstellung auszahlt, belegen die vollen Auftragsbücher, fügt der Junior hinzu, der sich als CSU-Gemeinderat und stellvertretender Kreisvorsitzender engagiert.

Tüfteleien liegen der Familie im Blut, deren Unternehmen sich bis 1850 zurückverfolgen lässt und nun in der fünften Generation geführt wird. Immer einen Schritt voraus, scheint die Firmenphilosophie zu lauten. So beschäftigte sich das Unternehmen bereits 1993 mit der Holzrahmenbauweise und bot als eine der ersten bayerische Firmen neben der Massivbauweise dieses Verfahren an. „Dies war für uns zugleich der Einstieg in die Niedrigenergiebau- und Passivhausbauweise“, so der Juniorchef.

Das Unternehmen hat sich aber auch als Sanierer, insbesondere für denkmalgeschützte Bauten, einen Namen gemacht. Hier zählen ebenfalls die jahrelange Erfahrung und die Qualifikation der rund zwanzig Mitarbeiter zu den Pluspunkten. „Wir bilden unsere Maurer noch selbst aus, denn wo lernen die jungen Leute noch, wie zum Beispiel ein Gewölbe gemauert wird?“, verdeutlicht der 59-jährige Seniorchef Josef Adldinger. Nicht zuletzt trug das Familienunternehmen dazu bei, dass Freisings historischer Stadtkern wieder in neuem Glanz erstrahlt. Doch von nichts kommt nichts. „Wir sind in engem Kontakt mit dem Arbeitskreis ökologischer Holzbau, dem Passivhausinstitut und bilden uns laufend weiter“, verrät der Seniorchef. „Was gestern noch als Standard galt, ist heute oft schon überholt.“ Die Adldingers und ihre Mitarbeiter geben sich jedoch nicht nur mit Großprojekten ab. „Wir kommen auch, wenn an einer Fassade mal ein halber Quadratmeter Putz abgebröckelt ist oder ein Fenster neu gesetzt werden muss.“ Petra Landsee


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